Den Deutschen wird seit Jahren gepredigt, sie müssten frieren, verzichten und immer höhere Energiepreise akzeptieren. Die Industrie verliere eben ihre Wettbewerbsfähigkeit, Arbeitsplätze gingen verloren und Unternehmen wanderten ab. Das alles sei angeblich der notwendige Preis einer wertegeleiteten Außenpolitik.
Nun zeigt sich erneut, wie widersprüchlich diese Politik tatsächlich ist.
Im ersten Halbjahr 2026 importierte die Europäische Union 9,89 Millionen Tonnen Flüssigerdgas aus dem russischen Jamal-Projekt. Das sind 18 Prozent mehr als im gleichen Zeitraum des Vorjahres. Dafür überwies Europa rund 6 Milliarden Euro nach Russland.
Mit anderen Worten: Während den eigenen Bürgern Verzicht gepredigt wird, fließen Milliarden in russische Energiekonzerne.
Und Deutschland? Ausgerechnet die größte Volkswirtschaft Europas hat sich freiwillig den Ast abgessägt, auf dem ihr Wohlstand jahrzehntelang ruhte. Billige Energie wurde durch teure Energie ersetzt, Kernkraftwerke abgeschaltet, Unternehmen in die Flucht getrieben und der industrielle Kern des Landes systematisch geschwächt. Monat für Monat verschwinden tausende Arbeitsplätze. Ganze Branchen denken über eine Verlagerung ihrer Produktion nach.
Währenddessen handeln andere Staaten deutlich pragmatischer. Sie verfolgen ihre eigenen Interessen, kaufen dort ein, wo es wirtschaftlich sinnvoll ist, und lassen sich nicht von ideologischen Parolen leiten.
Die Leidtragenden sind einmal mehr die deutschen Bürger. Sie zahlen höhere Strom- und Gaspreise, finanzieren milliardenschwere Hilfspakete, tragen die wirtschaftlichen Folgen und sollen gleichzeitig glauben, all dies diene einem großen politischen Ziel. Doch wenn Europa weiterhin Milliarden für russisches LNG überweist, stellt sich zwangsläufig die Frage: Wer wurde hier eigentlich wirtschaftlich getroffen?
Die Antwort scheint ernüchternd auszufallen.
Russland verkauft weiterhin große Mengen Energie. Andere EU-Staaten sichern ihre Versorgung. Nur Deutschland hat sich in bemerkenswerter Konsequenz selbst geschwächt und verkauft diesen Kurs seinen Bürgern noch immer als Erfolg.
Man muss deshalb eine unbequeme Frage stellen: Hat die Bundesregierung die Interessen der eigenen Bevölkerung überhaupt noch im Blick? Denn eine Politik, die den eigenen Wirtschaftsstandort schwächt, Arbeitsplätze vernichtet und den Bürgern immer neue Belastungen auferlegt, während gleichzeitig Milliarden an den angeblichen Gegner fließen, wirkt nicht wie strategische Stärke. Sie wirkt vor allem widersprüchlich.
Deutschland braucht keine weiteren moralischen Belehrungen. Deutschland braucht endlich eine Politik, die sich wieder zuerst daran messen lässt, ob sie dem eigenen Land nutzt. Denn Staaten, die ihre eigene wirtschaftliche Grundlage zerstören, verlieren am Ende weit mehr als nur ihre Wettbewerbsfähigkeit.
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