Man muss sich diese unglaubliche Forderung einmal vor Augen führen:
Die Vereinigten Staaten haben über Jahre Milliarden über Milliarden in die Ukraine gesteckt, das Land politisch und militärisch immer enger an den Westen gebunden, Waffen geliefert, Soldaten ausgebildet und ihre eigenen geopolitischen Interessen in Osteuropa verfolgt.
Und jetzt möchte Donald Trump das Geld von den Europäern zurückhaben.
Das ist an Dreistigkeit kaum noch zu überbieten.
Washington betreibt seine eigene Geopolitik, und Europa soll anschließend die Rechnung bezahlen.
Wer hat von dieser Eskalation eigentlich profitiert?
Vielleicht sollten wir endlich die Frage stellen, die viel zu selten gestellt wird:
Welche Interessen hatten die Vereinigten Staaten in der Ukraine?
🙏 Ging es wirklich ausschließlich um Freiheit, Demokratie und Menschenrechte?
➡️ Oder ging es auch um Macht, Einfluss, Rohstoffe, Absatzmärkte, NATO-Strategie und darum, Russland geopolitisch und wirtschaftlich zu schwächen?
➡️ Und welche Folgen hatte dieser Konflikt für Europa?
👎 Europa verlor billige russische Energie. Handelsbeziehungen wurden zerstört. Sanktionen belasteten Unternehmen. Deutschland musste seine Energieversorgung in kürzester Zeit umbauen. Gleichzeitig stiegen die europäischen Rüstungsausgaben massiv.
👍 Die USA dagegen konnten unter anderem mehr Flüssiggas nach Europa verkaufen und amerikanische Rüstungsunternehmen profitierten von steigender Nachfrage.
👎 Und nun sollen die Europäer zusätzlich amerikanische Ukrainehilfen bezahlen?
Man möchte fast applaudieren. So viel Chuzpe muss man erst einmal besitzen.
Die Geschichte begann nicht 2022
Besonders bequem ist die Erzählung, die Geschichte dieses Krieges habe am 24. Februar 2022 angefangen.
❗️ Nein.
❗️ Die Eskalation hat eine lange Vorgeschichte.
❗️ Maidan.
❗️ Victoria Nuland.
❗️ Das berüchtigte Telefonat mit Geoffrey Pyatt.
❗️ Der Regierungswechsel in Kiew.
❗️ Die Krim.
❗️ Der Krieg im Donbass.
❗️ Minsk I.
❗️ Minsk II.
❗️Die zunehmende militärische Zusammenarbeit der Ukraine mit westlichen Staaten.
❗️Amerikanische und britische Waffenlieferungen.
❗️ Militärische Ausbildung.
❗️NATO-Annäherung.
❗️Jahrelange gegenseitige Eskalation.
❗️ All das gehört zur Geschichte dieses Krieges. ❗️
Wer nur den letzten Akt eines Dramas zeigt und die vorherigen Akte ausblendet, erzählt keine Geschichte. Er betreibt politische Dramaturgie.
Und jetzt sollen ausgerechnet wir bezahlen?
👎Deutschland hat bereits enorme Kosten getragen.
👎Milliarden für die Ukraine.
👎 Milliarden für Flüchtlinge.
👎 Milliarden für Waffen.
👎 Milliarden für neue Verteidigungsausgaben.
👎 Dazu wirtschaftliche Folgekosten, Energieprobleme und der Verlust jahrzehntelang gewachsener Wirtschaftsbeziehungen mit Russland.
👎 Und jetzt soll der deutsche Steuerzahler womöglich auch noch amerikanische Rechnungen übernehmen?
Nein. Irgendwann reicht es.
❗️ Wenn Washington Milliarden ausgibt, um amerikanische geopolitische Interessen durchzusetzen, dann soll Washington diese Milliarden auch selbst bezahlen.
❗️ Deutschland ist nicht der Geldautomat der Vereinigten Staaten.
Vielleicht sollten wir endlich über „Freunde“ reden
Uns wird seit Jahrzehnten erzählt, die Vereinigten Staaten seien unsere großen Freunde.
- Vielleicht sollten wir diesen Begriff endlich aus der Außenpolitik streichen.
- Staaten haben keine Freundschaften wie Menschen.
- Staaten haben Interessen.
- Die USA vertreten amerikanische Interessen.
- Russland vertritt russische Interessen.
- Großbritannien vertritt britische Interessen.
- Die Ukraine vertritt ukrainische Interessen.
- Nur Deutschland scheint regelmäßig zu glauben, die Interessen anderer Staaten seien automatisch auch die eigenen.
- Das muss aufhören.
Die Vereinigten Staaten sind ein Bündnispartner. Daraus folgt weder blinde Gefolgschaft noch finanzielle Haftung für jede Entscheidung Washingtons.
Ein souveräner Staat muss auch seinem wichtigsten Verbündeten Nein sagen können.
Die entscheidenden Fragen gehören endlich auf den Tisch
- Warum wurde über Jahre immer weiter auf militärische Lösungen gesetzt?
- Warum scheiterten diplomatische Möglichkeiten?
- Warum wurden die Minsker Vereinbarungen nicht dauerhaft umgesetzt?
- Warum wurde die europäische Sicherheitsordnung immer weiter beschädigt?
- Wer profitierte wirtschaftlich und geopolitisch von der Eskalation?
- Wer bezahlte dafür?
Und vor allem:
Warum soll ausgerechnet der europäische Steuerzahler jetzt auch noch rückwirkend für amerikanische Ukrainepolitik geradestehen?
- Das sind die Fragen, die Berlin stellen müsste.
- Nicht ehrfürchtig nach Washington schauen.
- Nicht sofort das Scheckbuch herausholen.
- Sondern deutsche Interessen vertreten.
America First? Dann bitte konsequent
Donald Trump sagt „America First“.
Gut.
Dann sollten wir daraus lernen.
Wenn Amerika zuerst kommt, dann darf für eine deutsche Bundesregierung auch Deutschland zuerst kommen.
Washington darf seine Interessen verfolgen.
Aber dann soll Washington auch die Rechnung dafür bezahlen.
Keinen Cent für eine nachträgliche Übernahme amerikanischer Ukrainehilfen.
Vielleicht ist diese unglaubliche Forderung am Ende wenigstens für eines gut:
Sie könnte Deutschland endlich daran erinnern, dass Außenpolitik nicht aus Freundschaftserklärungen besteht.
Sie besteht aus Interessen.
Die Amerikaner vertreten ihre Interessen mit bemerkenswerter Konsequenz. Es wird höchste Zeit, dass Deutschland dasselbe tut.
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