17,5 Prozent für CDU und CSU, 30,5 Prozent für die AfD: So sieht laut INSA vom 5. Oktober die Begeisterung für den Regierungskurs aus. Aber selbstverständlich liegt es nicht am Kanzler. Vermutlich haben die Wähler seine Genialität einfach noch nicht verstanden.
Merz lobte sein Kabinett als eine der besten Regierungen seit Jahrzehnten. Da muss man Verständnis haben: Wer sich sein Zeugnis selbst ausstellt, möchte schließlich keine schlechten Noten sehen. Und im von Steinmeier gepriesenen besten Deutschland wirkt jeder weitere Absturz gleich wie eine besonders anspruchsvolle Form des Fortschritts.
Wenn dieser Kurs anhält, könnte irgendwann selbst die Zehnprozentmarke bedrohlich nahe kommen. Einen Termin dafür gibt es nicht – aber offenbar auch keinen Punkt, an dem Selbstlob durch Selbstkritik ersetzt wird.
Wann wacht die CDU-Basis endlich auf? Bei zwölf Prozent? Bei neun? Oder erst, wenn der nächste Parteitag bequem im Vereinsheim stattfinden kann?
Man muss den Mitgliedern Zeit lassen. Zwischen einem verlorenen Wähler und einer gewonnenen Erkenntnis liegen offenbar mehrere Vorstandssitzungen. Irgendwann müsste allerdings der Satz fallen: Es reicht, Herr Merz. Wir schulden Ihnen keinen Parteivorsitz auf Lebenszeit. Machen Sie Platz.
Bis dahin wird weiter tapfer applaudiert. Die Wähler gehen, der Kanzler bleibt – und die CDU nennt das vermutlich Stabilität.
Quellen
INSA: Meinungstrend vom 05.10.2026 · Tagesschau: Merz’ Bilanz nach 100 Tagen · Steinmeiers Aussage zum besten Deutschland
Schlagworte: CDU, CSU, Friedrich Merz, Umfragen, Regierung, Selbstkritik
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