Friedrich Merz erklärt, die Stabilität Deutschlands sei entscheidend für Europa. Ein Satz, der richtig klingt. Doch die Frage drängt sich auf: Wie stabil ist ein Land, wenn nur noch jeder Zehnte mit der Arbeit des Kanzlers zufrieden ist?
Im ARD-Deutschlandtrend liegt die Union bei 20 Prozent. Eine aktuelle INSA-Umfrage sieht CDU und CSU sogar nur noch bei 18 Prozent. Auch die SPD kommt dort gerade einmal auf 14 Prozent. Die früheren Volksparteien verlieren ihren Rückhalt – und Merz’ eigene Zahlen sind ein historischer Tiefstand.
Während über eine Zuckersteuer gestritten wird und der viel beschworene Tankrabatt vielen kaum als nachhaltige Entlastung in Erinnerung geblieben ist, setzt Merz in Kiew ein anderes Zeichen: eine Milliarde Euro Militärhilfe und weitere 350 Millionen Euro für den Energiesektor. Über die außenpolitische Unterstützung der Ukraine kann man streiten. Aber bei einer angespannten Haushaltslage muss die Regierung erklären, warum sie diese Prioritäten setzt – und was sie für die Menschen im eigenen Land tut.
Genau daran fehlt es: an einer Politik, die den Alltag der Bürger spürbar verbessert. Stattdessen hören die Menschen große Worte über Europas Zukunft, während sie zu Hause steigende Belastungen und immer neue Debatten über zusätzliche Abgaben erleben. Die Bundesregierung sollte sich nicht wundern, wenn ihre Botschaften immer weniger überzeugen.
Wenn Merz Stabilität für entscheidend hält, muss er zuerst Vertrauen im eigenen Land zurückgewinnen. Das gelingt nicht mit Reden und Symbolbildern, sondern mit einer Politik, die Probleme löst und ihre Folgen für die Bürger ernst nimmt.
Und wenn der Kanzler das nicht schafft, dann muss ihm politisch Einhalt geboten werden: durch seine Koalitionspartner, den Bundestag und am Ende durch die Wähler. Wer das Vertrauen verspielt, kann nicht verlangen, dass die Menschen einfach weitermachen wie bisher.
Quellen: ARD-Deutschlandtrend / WDR; INSA-Umfrage; tagesschau.de
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