Wir hören ständig das Wort Integration. Aber wer soll sich eigentlich worin integrieren? Wer nach Deutschland kommt und hier dauerhaft leben, lernen und arbeiten möchte, muss Deutsch lernen. Sollen am Ende die Deutschen Ukrainisch lernen, damit die Politik ihre Integrationskonzepte als Erfolg verkaufen kann?
Integration ist eine Bringschuld – und zwar eine Bringschuld des Zuwanderers gegenüber der Gesellschaft, in der er leben möchte. Der Staat kann Sprachunterricht anbieten und den Einstieg erleichtern. Aber integrieren muss sich der Einzelne selbst: durch eigene Anstrengung, durch das Erlernen der deutschen Sprache und durch die Achtung der geltenden Regeln. Diese Verantwortung lässt sich nicht an Schulen, Behörden oder die einheimische Bevölkerung abschieben. Von Menschen zu verlangen, sich auf ihr neues Lebensumfeld einzustellen, ist eine Selbstverständlichkeit, die Deutschland ebenso vertreten darf wie andere Länder.
Hamburgs SPD und Grüne wollen Ukrainisch als zusätzliches Abiturprüfungsfach einführen. Es geht dabei nicht um ein vollständig ukrainischsprachiges Abitur. Dennoch stellt sich die Frage, welche bildungspolitische Priorität mit diesem Vorhaben gesetzt wird.
Wo bleibt dieselbe öffentlich demonstrierte Entschlossenheit, wenn es um die Beherrschung der deutschen Sprache geht? Wer einen deutschen Schulabschluss erhält, muss anspruchsvolle deutsche Texte verstehen, seine Gedanken präzise ausdrücken und einem Studium sprachlich gewachsen sein. Darüber darf es keine Ausflüchte geben.
Die Regierungsfraktionen feiern Mehrsprachigkeit und kulturelle Identität. Doch die eigene Herkunftssprache zu pflegen und sich in Deutschland zurechtzufinden, sind zwei unterschiedliche Aufgaben. Ein zusätzliches Prüfungsangebot beantwortet noch lange nicht die entscheidende Frage: Wie gut gelingt der Erwerb des Deutschen?
Niemand muss seine Muttersprache vergessen. Aber die Politik muss endlich aufhören, jede Erweiterung eines Herkunftssprachenangebots mit wohlklingenden Integrationsversprechen zu schmücken. Sie soll nachweisen, welchen konkreten Nutzen das Vorhaben hat, was es kostet und wie anspruchsvolle, vergleichbare Prüfungen gewährleistet werden.
Wer Integration fordert, muss auch Eigenleistung verlangen. Lernbereitschaft, eigene Anstrengung und sichere Deutschkenntnisse sind keine unzumutbaren Forderungen. Wer diese Erwartungen scheut, sollte erklären, wie gemeinsamer Unterricht, ein Studium oder ein Berufsleben ohne gemeinsame Sprache funktionieren sollen.
Deutschland braucht eine Bildungspolitik, die klare Anforderungen formuliert und durchsetzt. Ein deutscher Abschluss muss für überprüfbare Leistung stehen. Deutsch zu lernen ist keine beliebige Empfehlung. Wer hier seine Zukunft aufbauen will, trägt selbst Verantwortung dafür, sich bei uns zu integrieren.
Quellen
SPD-Fraktion Hamburg: Ukrainisch als Abiturprüfungsfach – Antrag und Begründung
Schlagworte: Integration, Bringschuld, Deutschkenntnisse, Eigenverantwortung, Hamburg, Ukrainisch, Abitur, Bildungspolitik
Hashtags: #Integration #Bringschuld #DeutschLernen #Eigenverantwortung #Hamburg #Abitur #Bildungspolitik