Deutschland entwickelt sich zunehmend zu einem Land der paradoxen Prioritäten.
Für Rüstungsprojekte werden zweistellige Milliardenbeträge mobilisiert. Für die Ukraine stehen immer neue Hilfspakete bereit. Millionen fließen nach Gaza, Millionen nach Israel, Milliarden in Sondervermögen, Millionen an unzählige NGOs. Gleichzeitig kauft der Staat Beteiligungen an Rüstungskonzernen, als wäre Geld plötzlich keine knappe Ressource mehr.
Doch sobald es um die eigene Bevölkerung geht, heißt es regelmäßig: Dafür ist leider kein Geld da.
Und dann kommt der Bundesverkehrsminister und erklärt den Bürgern praktisch nebenbei, dass weitere Brückensperrungen jederzeit möglich seien. Die Infrastruktur sei so marode, dass jederzeit neue Überraschungen drohten. Tausende Brücken müssen saniert oder sogar neu gebaut werden. Deutschland muss sich auf jahrelange Baustellen und Einschränkungen einstellen.
Man muss sich diese Absurdität einmal vor Augen führen:
Während der Staat weltweit als großzügiger Geldgeber auftritt, zerbröseln im eigenen Land Straßen, Brücken, Bahnstrecken, Schulen, Krankenhäuser und öffentliche Gebäude. Pendler stehen täglich im Stau, Züge fallen aus, Kommunen verschieben Investitionen, weil das Geld fehlt, und vielerorts werden Schwimmbäder, Bibliotheken oder Sporthallen geschlossen.
Für die Menschen in Deutschland bedeutet das ganz konkret:
• längere Arbeitswege
• höhere Kosten
• sinkende Lebensqualität
• wirtschaftliche Nachteile
• und ein Staat, der immer weniger funktioniert.
Natürlich kostet Infrastruktur Geld. Sehr viel Geld sogar. Genau deshalb stellt sich die unbequeme Frage:
Warum scheint für nahezu jedes internationale Projekt Geld vorhanden zu sein, während das Fundament des eigenen Landes immer weiter verfällt?
Ein Staat hat zunächst eine Verantwortung gegenüber den Menschen, die ihn finanzieren. Gegenüber den Steuerzahlern. Gegenüber den Rentnern, Familien, Arbeitnehmern und Unternehmen, die jeden Tag dafür sorgen, dass dieser Staat überhaupt Einnahmen erzielt.
Wer dauerhaft Milliarden rund um den Globus verteilt, gleichzeitig aber seinen Bürgern erklärt, dass Brücken einstürzen, Straßen gesperrt werden und überall gespart werden müsse, darf sich über wachsende Unzufriedenheit nicht wundern.
Vertrauen entsteht nicht durch immer neue Pressekonferenzen und Sonntagsreden.
Vertrauen entsteht, wenn Bürger erleben, dass ihr eigenes Land funktioniert.
Dass Straßen befahrbar sind.
Dass Züge pünktlich fahren.
Dass Schulen modern sind.
Dass Krankenhäuser ausreichend ausgestattet werden.
Dass der Staat zuerst seine eigenen Hausaufgaben erledigt.
Vielleicht wäre genau das die wichtigste Investition überhaupt.
Denn ein Land, das überall auf der Welt helfen will, dabei aber seine eigene Infrastruktur verfallen lässt, läuft Gefahr, am Ende niemandem mehr helfen zu können. Nicht einmal sich selbst.











