Berliner Polizei: Wenn Wegsehen zur Einsatzstrategie wird

Was in Berlin geschehen ist, ist nicht nur eine Schande für die Veranstalter. Es ist auch eine Blamage für die Berliner Polizei.

Wenn Bürger mit Deutschlandfahnen kontrolliert, eingeschränkt oder drangsaliert werden, während bei einer islamistischen Demonstration Kinder bei extremer Hitze aneinandergebunden als politische Requisiten mitgeführt werden, dann stimmt etwas Grundsätzliches nicht mehr.

Die Berliner Polizei muss sich fragen lassen, nach welchen Maßstäben sie eigentlich handelt. Wird dort noch das Recht durchgesetzt, oder wird nur noch verwaltet, was politisch gerade am wenigsten Ärger macht?

Der Eindruck ist verheerend: Gegen friedliche patriotische Symbole tritt man entschlossen auf. Bei religiös-extremistischen Provokationen wirkt man vorsichtig, zögerlich, fast ehrfürchtig. Das ist kein souveräner Rechtsstaat. Das ist ein Staat, der vor den Falschen einknickt und bei den Falschen Stärke simuliert.

Besonders bitter ist der Umgang mit den Kindern. Minderjährige bei fast 40 Grad in eine politische Inszenierung einzubinden und aneinanderzubinden, hätte sofort beendet werden müssen. Nicht nach langem Zögern, nicht erst nach Gesprächen, nicht erst, wenn der öffentliche Druck wächst. Sofort.

Die Polizei hat hier nicht nur eine Versammlung begleitet. Sie hat zugelassen, dass Kinder zu Werkzeugen einer extremistischen Botschaft gemacht wurden. Genau dafür gibt es Einsatzleitungen, Gefahrenabwehr und polizeiliche Befugnisse. Wenn diese Befugnisse nur bei harmlosen Bürgern scharf geschaltet werden, aber bei Islamisten im Energiesparmodus laufen, dann ist das ein Armutszeugnis.

Natürlich leisten viele Polizisten täglich harte Arbeit. Aber genau deshalb darf man die Führung nicht schonen. Die politische und polizeiliche Einsatzleitung muss erklären, warum man bei Deutschlandfahnen empfindlich reagiert, bei angebundenen Kindern aber offenbar erst einmal pädagogisch plaudert.

Berlin braucht keine Polizei, die nach politischer Windrichtung entscheidet. Berlin braucht eine Polizei, die das Recht gleichmäßig durchsetzt. Ohne Angst. Ohne ideologische Schieflage. Ohne diese peinliche Berliner Spezialdisziplin: Härte gegen die Angepassten, Vorsicht gegenüber den Lauten.

Wenn der Bürger den Eindruck bekommt, dass die Polizei nicht mehr neutral handelt, sondern bestimmte Gruppen mit Samthandschuhen anfasst, verliert der Staat seine Glaubwürdigkeit. Und genau dieser Eindruck steht nach diesem Einsatz im Raum.

Eine Polizei, die Trommeln und Fahnen als Problem behandelt, aber bei der Instrumentalisierung von Kindern erst einmal abwartet, hat ihre Prioritäten verloren.

Das ist nicht Deeskalation. Das ist Kapitulation in Uniform.


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