Der Dienst deutscher Soldaten verdient Respekt. Männer und Frauen, die bereit sind, für ihr Land einzustehen, die Auslandseinsätze absolvieren, Verletzungen erleiden oder sogar ihr Leben riskieren, haben Anerkennung verdient. Daran gibt es für mich keinen Zweifel.
Gerade deshalb lehne ich die Form ab, in der der Veteranentag 2026 in Berlin durchgeführt wurde.
Denn ein Veteranentag sollte den Veteranen unseres Landes gewidmet sein. Er sollte denjenigen gelten, die in der Bundeswehr gedient haben, ihren Familien und denjenigen, die körperliche oder seelische Folgen ihres Dienstes tragen. Stattdessen entstand bei vielen Beobachtern der Eindruck einer politischen Inszenierung, bei der alles und jeder unter dem Schlagwort „Solidarität“ zusammengeführt werden sollte.
Besonders problematisch wird es dort, wo Symbole und Traditionslinien auftauchen, die mit rechtsextremen oder nationalistischen Bewegungen in Verbindung gebracht werden. Wenn auf einer Veranstaltung, die unter dem Schutz und der Beteiligung staatlicher Stellen stattfindet, ukrainische Organisationen auftreten und dabei Symboliken gezeigt werden, die in Deutschland seit Jahren kontrovers diskutiert werden, dann darf das nicht einfach mit einem Schulterzucken abgetan werden.
Ein Verteidigungsminister sollte in solchen Fällen klare Worte finden. Wer von deutschen Bürgern erwartet, jede Form extremistischer Symbolik konsequent abzulehnen, der muss diesen Maßstab auch gegenüber Verbündeten anlegen. Es darf keine unterschiedlichen Regeln geben, je nachdem, wer ein Symbol trägt oder welche politische Seite gerade unterstützt wird.
Besonders irritierend wirkt dabei die Wahrnehmung vieler Besucher, dass problematische Darstellungen oder martialische Motive, die im Zusammenhang mit dem Ukraine-Krieg gezeigt werden, offenbar kaum noch hinterfragt werden. Wo Gewalt verherrlicht wird oder Feindbilder gepflegt werden, endet die Würdigung von Veteranen und beginnt politische Propaganda.
Mein Nein zum Veteranentag richtet sich daher nicht gegen deutsche Soldaten. Im Gegenteil.
Es richtet sich gegen die Vermischung der Anerkennung deutscher Veteranen mit Organisationen und Symbolen, von denen sich die Verantwortlichen nach meinem Eindruck nicht ausreichend und eindeutig distanzieren. Wer die Leistung deutscher Soldaten ehren möchte, sollte dies in einem würdigen Rahmen tun, frei von politischen Inszenierungen, frei von Waffenlobbyismus und vor allem frei von jeder Symbolik, die auch nur den Verdacht einer Nähe zu extremistischen Traditionen aufkommen lässt.
Ein Veteranentag sollte verbinden, nicht spalten. Er sollte Respekt vermitteln, nicht Doppelmoral. Und er sollte unmissverständlich klarstellen, dass Deutschland aus seiner Geschichte gelernt hat. Wer das nicht deutlich genug macht, darf sich nicht wundern, wenn Bürger einer solchen Veranstaltung fernbleiben.
Deshalb lehne ich diesen Veteranentag ab. Nicht aus mangelnder Wertschätzung für deutsche Veteranen, sondern aus Respekt vor ihnen.











