Mehr Millionen! Das muss die Lösung sein.

Das frühe Aus der Nationalmannschaft im Sechzehntelfinale ist natürlich ein Schock. Nicht etwa für die Spieler. Eher für jene Fans, die tatsächlich geglaubt hatten, Fußball hätte noch irgendetwas mit Leistung zu tun.

Die Analyse ist schließlich ganz einfach: Das Problem kann unmöglich am Spiel liegen. Es kann nicht an der Einstellung liegen. Es kann auch nicht daran liegen, dass man beim Elfmeterschießen ungefähr so viel Zielwasser hatte wie ein betrunkener Gärtner beim Heckenschnitt.

Nein. Die Spieler verdienen offensichtlich einfach noch nicht genug.

Vielleicht sollte man die Gehälter verdoppeln. Oder verdreifachen. Wer mit zehn Millionen Euro im Jahr keinen geraden Pass spielen kann, schafft es mit zwanzig Millionen bestimmt. Das ist schließlich ein Naturgesetz. Irgendwo zwischen Gravitation und Steuererklärung.

Jeder verschossene Elfmeter könnte künftig mit einer Leistungsprämie belohnt werden. Für besonderen Mut gibt es einen Bonus. Wer den Ball fünf Meter über das Tor jagt, erhält zusätzlich einen Werbevertrag. Schließlich muss außergewöhnliches Talent auch außergewöhnlich entlohnt werden.

Vielleicht brauchen unsere hochgezüchteten Fußball-Diven einfach noch weichere Trainingsplätze, klimatisierte Ersatzbänke, psychologische Betreuung für den Fall, dass ein Gegenspieler sie schief anschaut, und selbstverständlich einen persönlichen Social-Media-Coach, der erklärt, warum eigentlich alle anderen schuld sind.

Der Fan dagegen darf weiter Hunderte Euro für Tickets bezahlen, Trikots kaufen, Streaming-Abos abschließen und sich erzählen lassen, dass man „wichtige Erkenntnisse aus dem Turnier mitnimmt“. Das stimmt sogar. Die wichtigste Erkenntnis lautet: Millionengehälter garantieren weder Einsatz noch Erfolg.

Vielleicht sollten wir also tatsächlich noch ein paar Millionen hinterherwerfen. Irgendwo muss das Geld schließlich hin. In marode Sportplätze? In die Nachwuchsförderung? In Jugendvereine? Ach bitte. Das wäre ja fast vernünftig.

Also los: Noch mehr Millionen. Noch größere Villen. Noch exklusivere Sportwagen. Vielleicht trifft der nächste Elfmeter dann wenigstens den Rückspiegel.

Und falls nicht, bleibt immerhin die Gewissheit, dass auf dem Konto der Beteiligten alles nach Plan gelaufen ist. Irgendjemand hat schließlich gewonnen. Nur eben nicht die Nationalmannschaft.

Eines ist den wackeren, absolut versagenden Millionären gewiss. Der ebenfalls grandios versagende Bundeskanzler zeigte ein deutliches Verständnis und lobte die Spieler mit den Worten:

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