Frank-Walter Steinmeiers Rede zum Tag der Deutschen Einheit bestätigt den Eindruck, den viele längst von ihm haben: Auch nach Jahren im höchsten Staatsamt tritt er nicht als verbindender Bundespräsident auf. Er spricht von Einheit – und zeichnet zugleich das Bild eines Landes, dessen Bürger sich von Demokratie und Grundrechten abwenden und dessen politische Debatte von „extremistischen Kräften“ bedroht werde.
Natürlich darf ein Bundespräsident vor Gefahren für die Demokratie warnen. Doch wer Menschen zusammenführen will, muss auch verstehen, warum so viele Bürger der Politik misstrauen. Steinmeier spricht diese Vertrauenskrise zwar an, landet aber erneut bei den vertrauten Warnungen vor Demagogen und Extremisten. So klingt keine Einladung zum Gespräch, sondern eine weitere Mahnung an die Bürger, ihre Haltung zu überdenken.
Ein Präsident der Einheit müsste Brücken bauen – gerade zu denen, die sich von den politischen Eliten nicht mehr vertreten fühlen. Steinmeiers Worte erreichen sie nicht. Sie vertiefen den Graben, den er zu überbrücken vorgibt. Nach all den Jahren bleibt der Eindruck: Er hat nicht dazugelernt. Er präsentiert sich weiterhin als Spalter, nicht als Einer.
Quellen
Bundespräsident Frank-Walter Steinmeier, Rede zum Festakt zum Tag der Deutschen Einheit, 3. Oktober 2026: https://www.bundespraesident.de/SharedDocs/Reden/DE/Frank-Walter-Steinmeier/Reden/2026/10/261003-TdDE-Festakt-Bremen.html
Tagesschau, „Steinmeier: ‚Es geht um die Selbstbehauptung der Demokratie‘“: https://www.tagesschau.de/inland/gesellschaft/einheitsfeier-steinmeier-100.html
Schlagworte: Frank-Walter Steinmeier, Tag der Deutschen Einheit, politische Spaltung, Vertrauen in die Demokratie
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