Satire
Was für ein undankbarer Mensch! Da bekommt Philippe Sands in der Frankfurter Paulskirche den Friedenspreis des Deutschen Buchhandels – und statt Deutschland für seine makellose moralische Außenfassade zu bewundern, kritisiert er dessen Haltung zu Israel: „Das deutsche Schweigen bis heute laut.“ Ein Völkerrechtler, der tatsächlich über Völkerrecht spricht. Konnte damit jemand rechnen? friedenspreis-des-deutschen-buchhandels.de
Dabei leben wir doch im besten Deutschland aller Zeiten, regiert von einer der besten Bundesregierungen überhaupt – jedenfalls nach deren eigener Qualitätskontrolle. Unser allerbeliebtester Kanzler braucht keine Kritik aus der Paulskirche. Er braucht Zuspruch. Die Wirklichkeit widerspricht ihm schon häufig genug.
Sands hat offenbar den entscheidenden Unterschied nicht verstanden: Menschenrechte sind universell. Ihre öffentliche Erwähnung hingegen unterliegt diplomatischen Öffnungszeiten. Bei Gegnern rund um die Uhr, bei Freunden bitte erst nach Rücksprache mit dem Kanzleramt.
Natürlich schaut Deutschland hin. Sehr genau sogar. Vor allem darauf, ob jemand etwas sagt, das die sorgfältig gepflegte Haltung beschädigen könnte. Schließlich ist es eine enorme politische Leistung, angesichts menschlichen Leids so lange um eine Formulierung zu ringen, bis diese garantiert niemanden mehr stört.
Für künftige Preisverleihungen empfiehlt sich deshalb ein diskreter Hinweis auf der Urkunde: Ausgezeichnet wird Ihr Einsatz für den Frieden. Eine Anwendung auf die deutsche Außenpolitik ist im Preis nicht enthalten.
Und sollte wieder ein Preisträger unangenehme Fragen stellen, hilft nur eines: noch feierlicher schweigen. Vielleicht hört dann endlich niemand mehr, wie laut es ist.
Quellen: Offizielle Mitteilung zur Preisverleihung und Sands’ Rede
Schlagworte: Philippe Sands, Friedenspreis, Bundesregierung, Israel, Gaza, Staatsräson, Satire
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