Die Bundesregierung hat auf parlamentarische Anfrage erstmals detailliert offengelegt, welche Staatsangehörigkeiten bei Gewaltkriminalität besonders häufig mit deutschen beziehungsweise nichtdeutschen Opfern in Verbindung gebracht werden. Damit wird eine Diskussion möglich, die lange Zeit häufig mit dem Hinweis beendet wurde, entsprechende Zahlen lägen nicht vor.
Die Sonderauswertung zeigt unter anderem:
| Staatsangehörigkeit des Tatverdächtigen | Deutsche Opfer | Nichtdeutsche Opfer |
|---|---|---|
| Syrien | 7.086 | 9.358 |
| Türkei | 4.418 | 4.539 |
| Afghanistan | 2.658 | 4.212 |
| Ukraine | 1.950 | 3.897 |
| Rumänien | 2.516 | 3.100 |
Quelle: Antwort der Bundesregierung auf eine Kleine Anfrage der AfD-Fraktion.
Noch deutlicher wird das Gesamtbild:
| Fälle mit mindestens einem … | Deutsche Opfer | Nichtdeutsche Opfer |
|---|---|---|
| deutschen Tatverdächtigen | 97.064 | 24.394 |
| nichtdeutschen Tatverdächtigen | 42.684 | 52.083 |
Verhältnis zur Bevölkerungsstruktur
Ein weiterer Aspekt ist die Bevölkerungszusammensetzung.
| Wohnbevölkerung | Anteil |
|---|---|
| Deutsche Staatsangehörige | ca. 85 % |
| Ausländische Staatsangehörige | ca. 15 % |
Demgegenüber weist die PKS seit Jahren einen deutlich höheren Anteil nichtdeutscher Tatverdächtiger aus, als es ihrem Bevölkerungsanteil entspricht. Kriminologen weisen allerdings darauf hin, dass hierfür mehrere Faktoren eine Rolle spielen können, darunter Altersstruktur, Geschlechterverteilung, soziale Lage sowie die Tatsache, dass in der PKS auch Personen ohne dauerhaften Wohnsitz in Deutschland erfasst werden.
Gewalt gegen Frauen
Gerade bei Gewalt- und Sexualdelikten gegen Frauen besteht ein erhebliches öffentliches Interesse an möglichst detaillierten Statistiken. Die bundesweite PKS veröffentlicht zwar zahlreiche Daten zu Sexual- und Gewaltdelikten, jedoch keine einfache bundesweite Tabelle „deutsche Tatverdächtige gegen Frauen versus ausländische Tatverdächtige gegen Frauen“, wie sie häufig gefordert wird. Solche Sonderauswertungen existieren teilweise auf Landesebene oder im Rahmen parlamentarischer Anfragen, sind aber nicht Bestandteil der regulären PKS.
Politische Konsequenzen
Die Veröffentlichung dieser Sonderauswertung dürfte die Debatte über Migration und innere Sicherheit weiter anheizen. Befürworter sehen darin mehr Transparenz und eine Grundlage für eine faktenbasierte Diskussion. Kritiker warnen davor, aus Staatsangehörigkeit allein Rückschlüsse auf Kriminalitätsursachen oder ganze Bevölkerungsgruppen zu ziehen.
Unabhängig von der politischen Bewertung zeigt die Anfrage eines: Solche Detaildaten können parlamentarisch erhoben und veröffentlicht werden. Für eine sachliche Diskussion über Kriminalität und Sicherheitsmaßnahmen sind belastbare Statistiken hilfreicher als Spekulationen. In einer Demokratie gehört es dazu, kriminalstatistische Entwicklungen offen zu analysieren und gleichzeitig ihre Aussagekraft und Grenzen korrekt einzuordnen.











