Wer Strom spart, stört offenbar das Geschäftsmodell

Da investieren Bürger tausende Euro aus eigener Tasche in Photovoltaik.
Sie bauen sich Solaranlagen aufs Dach, produzieren sauberen Strom, entlasten die Netze, senken die Grundlast, reduzieren Spitzenlasten und helfen dabei sogar noch, den Bedarf an teurem Kraftwerksstrom zu verringern.

Mit anderen Worten:
Sie tun exakt das, was Politik, Klimaprediger und Energieexperten seit Jahren fordern.

Und was ist der Dank?

Natürlich eine neue Rechnung.

Denn in Deutschland gilt inzwischen offenbar ein einfaches Prinzip:
Wer ein Problem löst, wird bestraft, weil er das Problem nicht teuer genug lässt.

Die Bundesnetzagentur plant nun also höhere Grundpreise für Haushalte mit eigener Stromerzeugung. Man muss sich diesen Irrsinn langsam wirklich auf der Zunge zergehen lassen:

Der Bürger baut auf eigene Kosten Infrastruktur auf.
Der Bürger entlastet das Stromnetz.
Der Bürger produziert CO₂-freien Strom.
Der Bürger reduziert die Last auf Kraftwerke.
Der Bürger federt Versorgungsspitzen ab.

Und genau dieser Bürger soll künftig MEHR bezahlen.

Das ist ungefähr so logisch, als würde man Fahrradfahrer extra besteuern, weil sie die Straßen zu wenig abnutzen.

Oder Menschen mit Regenwasserzisterne höhere Wasserpreise aufbrummen, weil sie das Leitungsnetz entlasten.

Oder Nichtraucher mit einer „Tabakausgleichsabgabe“ belegen, weil sie das Gesundheitssystem zu wenig belasten.

Deutschland 2026:
Eigeninitiative wird zur Gefahr für das System.

Besonders grotesk wird die Begründung.
Man erklärt ernsthaft, Menschen mit Solaranlagen würden sich „zu wenig“ an den Netzkosten beteiligen. Dabei sind genau diese Menschen diejenigen, die das Netz überhaupt erst stabilisieren helfen, indem sie tagsüber enorme Lasten abfangen.

Gerade an sonnigen Tagen liefern private PV-Anlagen gigantische Mengen Strom direkt dort, wo er gebraucht wird. Weniger Transportverluste. Weniger Kraftwerkslast. Weniger Bedarf an fossilen Reserven. Eigentlich ein volkswirtschaftlicher Gewinn.

Aber offenbar sitzt irgendwo in einer Behörde ein Arbeitskreis mit dem Titel:

„Wie verhindern wir, dass Bürger irgendwann unabhängig werden?“

Denn genau das scheint das eigentliche Problem zu sein:
Der selbstständige Bürger.
Der Bürger, der nicht mehr vollständig abhängig ist.
Der Bürger, der plötzlich seine Stromrechnung senkt, ohne vorher drei Förderanträge und sieben Klimaabgaben zu bezahlen.

Das darf natürlich nicht Schule machen.

Also erfindet man neue Gebühren.

Man kennt das Muster inzwischen:

  • Wer arbeitet, zahlt mehr.
  • Wer vorsorgt, zahlt mehr.
  • Wer spart, zahlt mehr.
  • Wer investiert, zahlt mehr.
  • Wer Verantwortung übernimmt, bekommt Post von irgendeiner Behörde.

Und wer das alles finanziell nicht mehr stemmen kann?
Der darf dann vermutlich wieder staatliche Hilfen beantragen — finanziert von genau den Leuten, die man vorher mit neuen Abgaben geschröpft hat.

Besonders bitter:
Viele Familien haben ihre PV-Anlage nicht aus Luxus gebaut, sondern aus purer Notwendigkeit. Wegen explodierender Strompreise. Wegen Angst vor Versorgungskrisen. Wegen politisch verursachter Energieunsicherheit.

Sie haben Eigenverantwortung übernommen.

Und nun lernen sie:
In Deutschland ist Eigenverantwortung nur solange erwünscht, bis sie funktioniert.

Die Satire daran ist:
Jahrelang wurde jeder Bürger moralisch unter Druck gesetzt:
„Tut etwas fürs Klima!“
„Werdet unabhängiger!“
„Nutzt erneuerbare Energien!“
„Entlastet die Netze!“

Und jetzt, wo hunderttausende Menschen genau das getan haben, entdeckt der Staat plötzlich:
Moment mal… daran verdienen wir ja zu wenig.

Vielleicht kommt als Nächstes noch eine Strafsteuer für Menschen, die ihre Wohnung dämmen, weil sie das Gasnetz zu wenig beanspruchen.

Oder eine Sonderabgabe für Leute mit Fahrrad, weil Tankstellen unter Umsatzrückgang leiden.

In diesem Land ist inzwischen wirklich alles denkbar.

Außer vielleicht eine Politik, die vernünftiges Verhalten einfach einmal belohnt.


Zeitungsausschnitt aus WLZ vom 28.05.2026


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