Wie können sie nur? Friedrich Merz kritisieren, den erfolgreichsten Kanzler aller Zeiten!
Es gibt Nachrichten, bei denen man sich fragt, ob in Deutschland eigentlich noch irgendein Respekt vor Autoritäten existiert. Jetzt wagt es tatsächlich die eigene CDU-Basis, Bundeskanzler und Parteivorsitzenden Friedrich Merz zu kritisieren.
- Und nicht nur das: Einige denken sogar über einen Parteiaustritt nach.
- Unfassbar.
- Adrian Hepp, Vorsitzender des CDU-Gemeindeverbandes Großbeeren in Brandenburg, hat gemeinsam mit insgesamt 33 CDU-Mitgliedern einen Brandbrief an Merz und die Parteiführung gerichtet. Darunter befindet sich auch Bürgermeister Martin Wonneberger. Hepp erklärte inzwischen sogar, man könne sich vorstellen, die jahrelange CDU-Mitgliedschaft zu beenden, wenn konservative Grundwerte unter dem Dach der Bundes-CDU nicht mehr vertreten würden.
- Was für eine Frechheit!
Schließlich reden wir hier über Friedrich Merz.
Den Mann, der einst angetreten war, die AfD zu halbieren und dieses Ziel mit geradezu mathematischer Raffinesse verfolgt hat: In Sachsen-Anhalt erreichte die AfD bei der jüngsten Landtagswahl 43,8 Prozent, während die CDU auf 17,2 Prozent abstürzte.
Man muss diese Strategie nur richtig verstehen.
Vielleicht meinte Merz mit „halbieren“ ja gar nicht die AfD.
Vielleicht wurde lediglich die Partei verwechselt.
Undankbare Basis
Besonders unverschämt ist, was die CDU-Leute aus Großbeeren ihrem Parteivorsitzenden vorwerfen.
- Die Partei sei mit dem Versprechen angetreten,
- Deutschland wirtschaftlich wieder auf Kurs zu bringen,
- Bürger und Unternehmen zu entlasten,
- Energie bezahlbarer zu machen,
- Migration konsequenter zu steuern,
- Bürokratie abzubauen
- und dafür zu sorgen, dass sich Leistung wieder lohnt.
Und nun stellen diese Querulanten tatsächlich die Frage:
Was davon ist bei den Menschen angekommen?
Also bitte!
Seit wann beurteilt man Politik danach, was davon tatsächlich umgesetzt wird?
Wo kämen wir denn hin, wenn Wahlversprechen plötzlich einen Zusammenhang mit der Politik nach der Wahl haben müssten?
Das wäre ja beinahe Demokratie.
Die Wähler sind vermutlich einfach falsch
Noch schlimmer wird es, wenn die Großbeerener CDU feststellt, die CDU verliere ihre Wähler nicht deshalb, weil diese plötzlich radikal geworden seien, sondern weil sie das Vertrauen in die Partei und in die Problemlösungsfähigkeit der etablierten Politik verloren hätten.
Das ist natürlich eine geradezu revolutionäre Theorie.
Vielleicht liegt eine Wahlniederlage tatsächlich irgendwann einmal an der eigenen Politik.
Dieser Gedanke sollte in Berlin allerdings nur unter ärztlicher Aufsicht ausgesprochen werden.
Denn wesentlich angenehmer ist die inzwischen bewährte politische Methode:
Wenn die Bürger anders wählen als vorgesehen, hat nicht die Politik ein Problem.
Dann haben die Bürger eines.
Friedrich Merz kann doch nun wirklich nichts dafür
➡️Was soll der Mann denn noch machen?
➡️ Er hat die AfD nicht halbiert.
➡️ Die CDU wurde in Sachsen-Anhalt stattdessen selbst beinahe halbiert.
➡️ Die eigene Basis schreibt Brandbriefe.
➡️ Mitglieder denken über Austritte nach.
➡️ Und ausgerechnet jetzt verlangen irgendwelche Parteifreunde auch noch eine Kurskorrektur.
➡️ Manche Menschen sind wirklich niemals zufrieden.
➡️ Dabei müsste die CDU eigentlich geschlossen hinter ihrem Vorsitzenden stehen und sich gemeinsam auf die nächste Wahlniederlage vorbereiten.
➡️ Geschlossenheit ist schließlich besonders wichtig, wenn man gemeinsam Richtung Abgrund marschiert.
Bloß nicht austreten!
Deshalb ein dringender Appell an Adrian Hepp und seine Mitstreiter:
Bleiben Sie in der CDU!
Sie könnten sonst auf die absurde Idee kommen, sich eine Partei zu suchen, deren politische Positionen tatsächlich mit Ihren eigenen übereinstimmen.
Und stellen Sie sich erst vor, andere CDU-Mitglieder kämen ebenfalls auf diesen Gedanken.
Dann könnte irgendwann jemand feststellen, dass eine Volkspartei nicht dadurch zur Volkspartei wird, dass sie sich selbst so nennt.
Noch schlimmer:
Die Parteiführung könnte irgendwann begreifen, dass Brandbriefe aus den eigenen Reihen keine Verschwörung, keine Kommunikationspanne und kein Problem mangelnder Erklärung sind.
Vielleicht sind sie schlicht die Rechnung für die eigene Politik.
Das wirklich Beunruhigende an diesem Brandbrief
Der Brief aus Großbeeren ist deshalb politisch erheblich interessanter als irgendeine gewöhnliche Attacke der Opposition.
- Hier sprechen keine AfD-Funktionäre.
- Hier sprechen CDU-Mitglieder.
- Menschen, die ausdrücklich schreiben, weiterhin aus Überzeugung CDU-Mitglieder sein zu wollen, zugleich aber davor warnen, dass diese Überzeugung nicht unbegrenzt belastbar sei. Der eigene Gemeindeverband formuliert sogar die Gefahr, die CDU könne ihren Platz als große bürgerliche Volkspartei dauerhaft verlieren und den Weg der FDP in die Bedeutungslosigkeit einschlagen.
- Das ist keine Häme von außen.
- Das ist ein Warnsignal aus dem Maschinenraum der eigenen Partei.
Und genau deshalb dürfte dieser Brandbrief für Friedrich Merz wesentlich unangenehmer sein als hundert Reden der politischen Konkurrenz.
Denn irgendwann kann man schlechte Wahlergebnisse nicht mehr wegmoderieren.
Wenn eine Partei ihre eigenen Stammwähler verliert, ihre eigene Basis ihre Politik kaum noch vermitteln kann und schließlich ihre eigenen Funktionäre über Parteiaustritte sprechen, lautet die entscheidende Frage nicht mehr:
Wie erklären wir den Bürgern unsere Politik besser?
Sondern:
Wie lange braucht die CDU noch, bis sie begreift, dass die Bürger sie längst verstanden haben?
Vielleicht ist genau das ihr Problem.
Nachsatz
Man sollte Friedrich Merz deshalb unbedingt weitermachen lassen.
Wenn die politische Entwicklung so weitergeht, könnte er sein berühmtes Versprechen schließlich doch noch erfüllen.
Die AfD halbieren wird zwar schwierig.
Aber bei der CDU scheint er schon erstaunlich weit gekommen zu sein.
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