Die Übernahme von MediaMarktSaturn durch JD.com könnte Kunden neue Angebote und bessere digitale Dienste bringen. Ob daraus tatsächlich mehr Auswahl und niedrigere Preise entstehen, muss sich erst zeigen. Bei Elektrogeräten zählt neben dem Preis vor allem eines: Sicherheit.
Die EU-Kommission hat der Übernahme von Ceconomy, der Muttergesellschaft von MediaMarkt und Saturn, unter Auflagen zugestimmt. Der Vollzug soll in den kommenden Tagen erfolgen. Die Kommission sah zuvor das Risiko, dass staatliche chinesische Subventionen JD.com einen Wettbewerbsvorteil verschaffen könnten. Die Unternehmen müssen deshalb zehn Jahre lang konzerninterne Geschäfte zu Marktbedingungen abwickeln. Auch Lager-, Logistik- und Technologiedienste sollen anderen Händlern zu denselben Bedingungen offenstehen wie Ceconomy. Vertretung in Deutschland
Was bedeutet das für uns als Kunden? Zunächst einmal ist es denkbar, dass JD.com seine Erfahrung im Onlinehandel, seine Logistik und seine digitalen Angebote stärker einbringt. Das könnte neue Produkte, mehr Auswahl, schnellere Lieferungen oder interessante Preise mit sich bringen. JD.com und Ceconomy sprechen selbst von einer beschleunigten Entwicklung des Omnichannel-Handels. Das sind zunächst Unternehmensziele – keine Garantie dafür, dass Kunden schon bald eine spürbare Verbesserung erleben. ceconomy News
Mehr Wettbewerb kann Kunden nützen. Ein großer internationaler Konzern kann attraktive Angebote machen und neue Ideen in den Handel bringen. Doch ein Preiskampf ist nicht automatisch ein Gewinn, wenn am Ende nur der billigste Einkauf zählt. Gerade bei Elektrogeräten sollten wir genauer hinsehen: Wer ist der Hersteller? Wer steht für das Produkt ein? Gibt es verständliche Informationen, erreichbaren Service und eine ordentliche Garantieabwicklung?
Dabei geht es nicht darum, ein Produkt wegen seiner Herkunft pauschal zu verdächtigen. Entscheidend ist, ob es die geltenden Sicherheitsanforderungen erfüllt und ob der Anbieter Verantwortung übernimmt. Bei bestimmten Elektrogeräten ist eine CE-Kennzeichnung vorgeschrieben. Sie zeigt an, dass der Hersteller die Einhaltung der einschlägigen EU-Anforderungen erklärt; sie ist aber kein unabhängiges Prüfsiegel. Das freiwillige VDE-Zeichen bietet zusätzliche Orientierung, weil das Produkt von einer unabhängigen Stelle geprüft wurde. Your Europe
Genau hier sollte der Handel seine Verantwortung ernst nehmen. Wer mit besonders günstigen Elektroartikeln wirbt, muss ebenso klar über Sicherheit, Hersteller, Garantie und Kundenservice informieren. Ein Lockpreis ist wenig wert, wenn ein Gerät im Haushalt versagt oder bei einem Defekt niemand erreichbar ist.
„Geiz ist geil“ mag als Werbespruch funktionieren. In der Steckdose, in der Küche oder im Kinderzimmer ist Sicherheit aber mindestens genauso wichtig. Wir Kunden sollten neue Angebote begrüßen – und beim Kauf trotzdem prüfen, welche Kennzeichnungen das Gerät trägt und wer dafür geradesteht. Der beste Preis ist der, bei dem man nicht an Sicherheit und Service spart.
Quellen
EU-Kommission: Genehmigung unter Bedingungen
Ceconomy und JD.com: Mitteilung zur Genehmigung
VDE: Verbraucherschutz und Prüfzeichen
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