47 Milliarden Dollar. So viel hat der Krieg gegen Iran das US-Militär nach einer Schätzung des Zentralkommandos bis Mitte Oktober bereits gekostet. Rund 29 Milliarden entfallen auf Munition, knapp 12 Milliarden auf laufende Einsätze und weitere 6,1 Milliarden auf verlorene Ausrüstung. Die Schäden an US-Stützpunkten im Nahen Osten sind darin noch nicht eingerechnet. Und wenn weitergekämpft wird, könnten nach Schätzung des Congressional Budget Office weitere zwei bis drei Milliarden Dollar pro Monat hinzukommen.
Man muss deshalb eine einfache Frage stellen: Was hat dieser Krieg Präsident Trump gebracht?
Die Antwort fällt ernüchternd aus. Die US-Streitkräfte haben iranische Anlagen und militärische Fähigkeiten schwer beschädigt. Das ist ein militärischer Erfolg auf taktischer Ebene. Aber ein zerstörtes Ziel ist noch kein gelöstes politisches Problem. Irans Regierung ist weiter an der Macht. Die großen politischen Ziele – ein dauerhaft entschärftes Atomprogramm, ein Ende der Bedrohung durch Raketen und eine stabile Ordnung in der Region – sind nicht als erreicht belegt. Der Congressional Research Service hält fest, dass die Ziele der USA nicht klar ineinandergreifen und dass Iran trotz schwerer Verluste weiterbesteht.
Wenn ein Krieg mit großen Versprechen beginnt und Monate später neue Angriffe erwogen werden, ist das kein überzeugender Beleg für einen klaren Sieg. Es ist ein Hinweis darauf, dass militärische Gewalt politische Ziele nicht automatisch erreicht. Die Aussicht, nach den US-Wahlen wieder zuzuschlagen, macht die entscheidende Frage noch dringlicher: Was genau soll dann erreicht werden, und woran würde man erkennen, dass es gelungen ist?
Die Rechnung zahlen nicht nur die Steuerzahler. Moody’s-Analyst Mark Zandi schätzt, dass der Konflikt einen durchschnittlichen US-Haushalt bislang rund 2.000 Dollar gekostet hat – vor allem durch höhere Energiepreise, gestiegene Finanzierungskosten und den Anteil der Militärausgaben. Das ist eine Schätzung der wirtschaftlichen Belastung, keine Rechnung, die jede Familie direkt erhalten hätte.
47 Milliarden Dollar sind keine abstrakte Zahl. Dieses Geld könnte Menschen zugutekommen: durch bessere Schulen, bezahlbare medizinische Versorgung, Unterstützung für Familien oder den Schutz vor Armut. Natürlich lässt sich nicht jeder Dollar aus einem Militärbudget einfach in ein Sozialprogramm umleiten. Aber jeder Dollar, der für einen Krieg ohne erkennbaren politischen Endpunkt ausgegeben wird, fehlt für andere Aufgaben – und vergrößert die Rechnung, wenn die Zerstörung wieder beginnt.
Wer Krieg führt, muss erklären, welches Ziel er verfolgt, welche Kosten er dafür in Kauf nimmt und wie der Frieden danach aussehen soll. Sonst bleibt am Ende eine lange Liste zerstörter Ziele, erschöpfter Bestände und steigender Ausgaben. Und die Frage, was es gebracht hat.
Bislang ist darauf keine überzeugende Antwort zu erkennen. Weitere Angriffe würden die Milliardenrechnung erhöhen. Sie würden aber noch lange nicht beweisen, dass dieser Krieg sein Ziel erreicht.
Quellen
CBS News: Iran war has cost $47 billion, U.S. military says
Congressional Budget Office: Estimating the Cost of Combat Operations Against Iran
Congressional Research Service: U.S. Conflict with Iran
The Fiscal Times: Iran War Has Cost US Households $2,000 Each: Moody’s
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