Kommentar
Während Washington wieder mit Moskau Geschäfte vereinbart, hält Berlin an Sanktionen und seiner bisherigen Ukrainepolitik fest. Trump kündigte den Dieseldeal am 9. Oktober an: zunächst mehr als 300.000 Tonnen, weitere 500.000 Tonnen im November, anschließend zusätzliche Lieferungen. Am 10. Oktober forderte er eine neue ukrainische Führung, die ein Kriegsende vereinbaren könne. Selenskyj ist weiterhin Präsident; seine Ablösung ist Trumps Forderung, keine vollzogene Tatsache. tagesschau.de
Die Forderung nach einer verhandlungsfähigen, friedensbereiten Führung verdient Unterstützung. Kein Präsident darf politisch unantastbar werden, nur weil sein Land im Krieg steht. Auch Selenskyj muss sich an der Frage messen lassen, welche realistische Perspektive seine Politik den Menschen eröffnet. Über einen Führungswechsel entscheiden die Ukrainer. Freie Neuwahlen unter sicheren Bedingungen gehören deshalb auf die politische Tagesordnung.
Selenskyj kritisiert das Dieselgeschäft als Finanzierung der russischen Kriegskasse. Dieser Einwand ist ernst zu nehmen. Ebenso berechtigt ist jedoch die Frage, ob wirtschaftliche Vereinbarungen als Hebel für Verhandlungen dienen können. Trumps Behauptung, Selenskyj habe zahlreiche Friedenschancen ausgeschlagen, bleibt dabei eine politische Anschuldigung – ein gescheiterter Friedensprozess lässt sich nicht allein einem Beteiligten anlasten. tagesschau.de
Und Deutschland? Die Bundesregierung bekräftigt ihre Unterstützung für die Ukraine und ihr Festhalten an den Sanktionen. Doch wo ist der überprüfbare politische Weg zum Kriegsende? Welche Zugeständnisse wären denkbar, welche Sicherheitsgarantien notwendig, welche Schritte müssten Moskau und Kiew gleichzeitig unternehmen? Wer darauf nur mit Durchhalteformeln antwortet, schuldet den Bürgern eine bessere Erklärung. tagesschau.de
Gerade bei der Rüstungspolitik muss die Frage erlaubt sein, wessen Interessen politische Entscheidungen bedienen. Dass deutsche Politiker von der Rüstungsindustrie gesteuert würden, ist durch diese Meldung nicht belegt. Aber industrielle Interessen dürfen niemals zum Maßstab dafür werden, wie lange ein Krieg politisch weitergetragen wird. Waffenaufträge sind kein Friedensplan.
Trumps Vorstoß verdient deshalb eine sachliche Prüfung und Unterstützung dort, wo er Verhandlungen und demokratische Erneuerung eröffnet. Berlin muss endlich erklären, wie seine Politik Frieden erreichbar machen soll. Solidarität mit der Ukraine darf keinen ukrainischen Präsidenten von Kritik freistellen – und deutsche Regierungsmitglieder erst recht nicht.
Quellen
- Tagesschau: Trump fordert nach Dieseldeal Selenskyjs Ablösung, 10.10.2026
- Euronews: Trump fordert neue ukrainische Führung, 10.10.2026
Schlagworte: Trump, Selenskyj, Russland, Dieselgeschäft, Friedensverhandlungen, Bundesregierung
Hashtags: #Trump #Ukraine #Russland #Frieden #Diplomatie #DeutschePolitik
Zusatz: Vielleicht können ja Merz und Selenskyj gleichzeitig in Ruhestand gehen? Das wäre doch wirklich toll für die engen Freunde. Friedrich könnte Wolodomir in Belize in seinen Traumvillen immer mal besuchen und müsste nicht auf die Seychellen fliegen.