Sollte sich bestätigen, dass die „MINERVA ZEN“ russischen Diesel an die amerikanische Ostküste bringt, bekommt Europas Sanktionsmoral eine ausgesprochen praktische Ergänzung: den amerikanischen Lieferschein. Medien berichten über den Tanker, nennen allerdings unterschiedliche Ladungsmengen und teils noch ein vermutetes US-Ziel. УНН
Gestern noch russisches Öl als Treibstoff des Bösen, morgen womöglich willkommen an amerikanischen Zapfsäulen. So schnell kann aus moralischer Empörung kaufmännische Vernunft werden. Europas politische Scharfmacher dürfen dann erklären, weshalb Washington Geschäfte machen kann, während europäische Bürger weiter Verzicht üben sollen.
Besonders hübsch wäre der nächste Auftritt gegen die sogenannte Schattenflotte: Bitte vor der großen Entschlossenheit erst prüfen, ob die Ladung vielleicht einem amerikanischen Kunden gehört. 😉Sobald amerikanische Lieferinteressen betroffen sind, dürfte Washington wenig Begeisterung für europäische Aktionen entwickeln, die diese Geschäfte gefährden. 🤣Der erhobene Zeigefinger müsste dann womöglich demütig auf die Frachtpapiere zeigen.
Ein zwangsläufiges Ende aller Maßnahmen gegen die Schattenflotte folgt aus einer einzelnen Lieferung allerdings ebenso wenig wie eine neue NATO-Politik.
Politisch wäre die Pointe trotzdem bitter: Europa hält die Moralrede – Amerika nimmt die Lieferung entgegen. Und das Friedensbündnis könnte sich wieder stärker mit der Frage beschäftigen, wie man Spannungen abbaut. Dafür sollte zwischen zwei Demonstrationen der Entschlossenheit eigentlich noch Zeit sein.
Quellen: UNN und Prjamyj zur „MINERVA ZEN“; US-Ziel und Ladungsmenge werden unterschiedlich dargestellt. УНН
MINERVA ZEN photo, Chemical/Oil Products Tanker – Taken on Sep 14, 2026 – VesselFinder
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