„Guten Morgen, Kinder! Heute machen wir etwas ganz Spannendes: Wir retten die Republik!“
Der Erzieher trägt Schlapphut. Auf dem Teppich liegt eine Gartenlaube. Darin: ein toter Wasserbauingenieur. Am Fenster: eine Drohne. In der Bauecke: sechs Spielfiguren, drei Umschläge und ein laminiertes Schild mit der Aufschrift NATIONALE SICHERHEITSKRISE.
„Wer möchte den Fall übernehmen?“
Sechs Hände schnellen hoch. Fünf wollen die Drohne. Einer hat die Gießkanne genommen und behauptet, sie sei ein ausländischer Akteur. Das BfV notiert: ausgeprägtes Interesse an sicherheitsrelevanten Gegenständen.
Willkommen bei „Alarmstufe: Rot“, dem Brettspiel, bei dem der Verfassungsschutz auf den Spielteppich krabbelt und den Nachwuchs gleich selbst mitbringt. Ab 14 Jahren – denn vorher ist man offenbar noch zu jung, um zu verstehen, dass eine Gartenlaube binnen drei Spielzügen zur nationalen Krise eskalieren kann.
Die Regeln sind einfach: Ein Ingenieur liegt herum, eine Drohne fliegt vorbei, alle schauen bedeutungsvoll. Dann wird gewürfelt. Bei einer Sechs kommt das BfV. Bei einer Fünf kommt das BfV auch, aber etwas später. Bei einer Eins muss erst geklärt werden, wer eigentlich zuständig ist.
Das Spiel soll Jugendlichen erklären, was der Verfassungsschutz macht. Das ist wichtig. Manche Kinder glauben ja noch, der Verfassungsschutz sei eine Behörde. Andere halten ihn für ein Brettspiel. Künftig können sie beides gleichzeitig lernen.
„Und was macht das BfV, wenn es eine verdächtige Drohne sieht?“, fragt die Erzieherin.
„Die Drohne beobachten!“, ruft ein Kind.
„Sehr gut.“
„Und wenn der Wasserbauingenieur tot ist?“
„Dann beobachten wir die Gartenlaube!“
„Ausgezeichnet. Du hast das Zeug zum Nachwuchs.“
Tatsächlich soll das Spiel das Amt auch als Arbeitgeber attraktiver machen. Genau die Zielgruppe, die man brauche, heißt es. Deshalb dürfen die Jugendlichen jetzt schon einmal üben, was später im Dienst wichtig ist: Hinweise sammeln, Karten sortieren und beim Wort „Drohne“ möglichst ernst schauen.
Das Bewerbungsgespräch findet anschließend am Basteltisch statt. Die Fragen:
Haben Sie Freude am Rätseln?
Können Sie eine Gartenlaube von einer nationalen Sicherheitskrise unterscheiden?
Sind Sie bereit, sechs Stunden lang auf eine Spielfigur zu starren, ohne die Fassung zu verlieren?
Wer alle drei Fragen mit „Ja“ beantwortet, bekommt einen Schlapphut aus Tonpapier und darf den nächsten Verdächtigen malen.
Natürlich gibt es auch einen pädagogischen Teil. Die Kinder lernen, dass nicht jede Drohne gleich eine Bedrohung ist. Manchmal ist es nur der Nachbar, der seinen Rasen filmt. Manchmal ist es eine Aufklärungsdrohne. Und manchmal hat jemand einfach einen sehr schlechten Tag und fliegt mit seinem Spielzeug über die Kleingartenanlage. In jedem Fall gilt: Erst einmal alle Karten auf den Tisch. Dann die Zuständigkeit klären. Dann die Drohne beobachten. Dann noch einmal die Zuständigkeit klären.
Zum Abschluss singen alle gemeinsam:
Wer sitzt dort hinten in der Laube?
Ein Ingenieur – und eine Schraube.
Wer kreist am Himmel, rot und klein?
Das wird wohl eine Drohne sein.
Wer kommt und schaut sich alles an?
Das BfV – und würfelt dann.
Das BfV nennt das Aufklärung. Die Kinder nennen es Spielstunde. Und der Wasserbauingenieur liegt immer noch in der Laube, während sechs Mitspieler darüber beraten, ob die Gießkanne Beweismittel oder Erweiterungsset ist.
Quellen
- BILD, „Aufklärung mit Escape-Spiel: Verfassungsschutz geht unter die Gamer“, 24.10.2026: https://www.bild.de/leben-wissen/meine-familie-familienportal/aufklaerung-mit-escape-spiel-verfassungsschutz-geht-unter-die-gamer-6adb23f4400ffbb8e251b3fc
Schlagworte: Verfassungsschutz, Brettspiel, Nachwuchswerbung, Gartenlaube, Satire
Hashtags: #AlarmstufeRot #Verfassungsschutz #Morgenkreis #Gartenlaubenkrise #Satire
Haben sie nun tatsächlich noch Zweifel,
dass da einige hochbezahlte Leute,
kräftig einen an der Mütze( Pardon Schlapphut) haben?