Deutschland steht unter Schock.
Jahrzehntelang haben wir Milliarden in Entwicklungshilfe, Klimafonds, Demokratieprojekte, Elefantenschutzprogramme, Genderinitiativen, Fahrradwege, Solaranlagen und vermutlich auch in die eine oder andere Konferenz mit veganem Buffet investiert. Und was bekommen wir dafür zurück?
Keine Stimmen.
Nicht einmal genügend Stimmen für einen Sitz im UN-Sicherheitsrat.
Statt Dankbarkeit, Begeisterung und spontanen Jubelchören aus aller Welt musste Deutschland erleben, wie Portugal und Österreich an ihm vorbeizogen. Ausgerechnet Österreich.
Ein Land, das international hauptsächlich dafür bekannt ist, nicht Deutschland zu sein.
Deutschland erhielt lediglich 104 Stimmen und verfehlte die notwendige Mehrheit deutlich.
Besonders irritierend sind dabei die Reaktionen aus Afrika.
Botswanas ehemaliger Präsident Mokgweetsi Masisi wagte es tatsächlich, Kritik an Annalena Baerbock zu äußern. Er erklärte sinngemäß, vielleicht hätte sich die deutsche Außenministerin stärker auf Diplomatie konzentrieren sollen, statt afrikanischen Staaten Ratschläge über Toilettenanlagen oder den Umgang mit Elefanten zu erteilen. Zudem sprach er von einem herablassenden Auftreten Deutschlands gegenüber afrikanischen Staaten.
Man muss sich das einmal vorstellen.
Da reist eine deutsche Außenministerin um die Welt, erklärt fremden Völkern, wie sie ihre Gesellschaft organisieren sollen, wie sie ihre Natur verwalten sollen, welche Werte sie vertreten sollen und welche politischen Entscheidungen sie besser treffen sollten.
Und diese Menschen empfinden das als bevormundend.
Unfassbar.
Dabei handelt es sich schließlich um Deutschland. Das Land, das in den letzten Jahren praktisch jede internationale Krise mit einer Mischung aus moralischen Appellen, Expertenrunden und Fördergeldern lösen wollte.
Vielleicht liegt das Problem darin, dass manche Staaten den historischen Fortschritt einfach noch nicht vollständig verinnerlicht haben.
Denn wer möchte nicht gerne von Berlin erklärt bekommen, wie Elefanten zu halten sind?
Wer freut sich nicht über Hinweise zur Gestaltung ländlicher Sanitäranlagen?
Wer empfindet keine tiefe Dankbarkeit, wenn deutsche Ministerien Broschüren über Nachhaltigkeit, Diversität und klimaneutrale Entwicklung finanzieren?
Die Antwort scheint leider zu lauten: erstaunlich viele Menschen.
Doch statt nun selbstkritisch zu werden, sollte Deutschland nach vorne schauen.
Die Lösung liegt auf der Hand.
Wir müssen unsere Entwicklungshilfe verdoppeln.
Nein, verdreifachen.
Vielleicht sogar vervierfachen.
Denn wenn ein Land nach Milliardenhilfen nicht ausreichend begeistert von deutscher Außenpolitik ist, dann liegt das Problem offensichtlich daran, dass noch nicht genug Geld geflossen ist.
Das ist schließlich seit Jahren das Erfolgsmodell deutscher Politik:
Wenn etwas nicht funktioniert, wird mehr Geld hineingeworfen.
Wenn es danach immer noch nicht funktioniert, wird eine Arbeitsgruppe gegründet.
Und wenn auch das scheitert, veranstaltet man einen Gipfel.
Die wahre Tragik besteht ohnehin darin, dass die Welt offenbar die Größe ihrer Wohltäter nicht erkennt.
Deutschland bezahlt, Deutschland mahnt, Deutschland erklärt, Deutschland belehrt.
Und dennoch wird Deutschland nicht geliebt.
Eine Ungerechtigkeit historischen Ausmaßes.
Vielleicht sollte die nächste Bundesregierung ein neues Ministerium schaffen:
Das Bundesministerium für Internationale Dankbarkeit.
Aufgabe des Hauses wäre es, regelmäßig zu überprüfen, ob die Empfängerländer deutscher Hilfen auch ausreichend begeistert von Berlin sind.
Denn eines steht fest:
Wenn die Welt Annalena Baerbock nicht würdigt, dann liegt das selbstverständlich nicht an Annalena Baerbock.
Sondern an der Welt.
Und genau deshalb sollten wir unsere Spenden verdoppeln.
Damit sie uns endlich wieder lieb haben.












