Die Bilder aus Ceuta haben Europa erneut vor Augen geführt, wie schnell sich Migrationsbewegungen entwickeln können. Ende Juli kam es dort zu einem massiven Grenzansturm; inzwischen hat Marokko seine Sicherheitsmaßnahmen deutlich verstärkt.
Für Deutschland stellt sich deshalb eine unangenehme, aber notwendige Frage: Was wissen wir eigentlich über die Kriminalitätsbelastung jener Herkunftsgruppen, aus denen ein Teil dieser Migration stammt?
Die Antwort liefert keine politische Partei, sondern eine statistische Kennziffer: die Tatverdächtigenbelastungszahl, kurz TVBZ.
Sie gibt an, wie viele polizeilich ermittelte Tatverdächtige auf 100.000 Einwohner der jeweiligen Bevölkerungsgruppe kommen. Und bei der Gewaltkriminalität zeigen die von der Bundesregierung mitgeteilten Zahlen für bestimmte Maghreb-Staaten Unterschiede, die man kaum noch als statistische Randerscheinung abtun kann.
Gewaltkriminalität: 158 gegenüber 5.023
Bei Deutschen beträgt die TVBZ der Gewaltkriminalität 158.
Bei marokkanischen Staatsangehörigen liegt sie bei 1.319,3.
Das entspricht etwa dem 8,3-Fachen des deutschen Wertes.
Noch höher liegen die Werte bei Tunesiern und Algeriern:
| Nationalität | TVBZ Gewaltkriminalität | Faktor gegenüber Deutschen |
|---|---|---|
| Deutsche | 158 | 1,0 |
| Marokkaner | 1.319,3 | 8,3 |
| Tunesier | 2.096 | 13,3 |
| Algerier | 5.023 | 31,8 |
Die Größenordnung ist bemerkenswert. Ein Algerier weist nach dieser statistischen Kennziffer bei Gewaltkriminalität eine fast 32-mal höhere Tatverdächtigenbelastung auf als ein Deutscher.
Das bedeutet ausdrücklich nicht, dass „jeder Algerier“, „jeder Marokkaner“ oder „jeder Tunesier“ kriminell wäre. Eine solche Schlussfolgerung wäre statistischer Unsinn.
Aber genauso unsinnig wäre es, derart massive Unterschiede einfach zu ignorieren.

Noch drastischer bei jungen Tatverdächtigen
Besonders alarmierend wird das Bild bei einer Sonderauswertung zur Straßenkriminalität im Jahr 2024.
Bei marokkanischen Kindern im Alter zwischen acht und 14 Jahren lag die TVBZ ungefähr viermal so hoch wie bei deutschen Kindern derselben Altersgruppe.
Bei algerischen Kindern war sie etwa siebenmal so hoch.
Bei den Jugendlichen werden die Abstände geradezu grotesk:
Marokkanische Jugendliche zwischen 14 und 18 Jahren: Faktor 19.
Algerische Jugendliche zwischen 14 und 18 Jahren: Faktor 56.
Mit anderen Worten: Die Tatverdächtigenbelastungszahl algerischer Jugendlicher bei der Straßenkriminalität lag beim 56-Fachen ihrer deutschen Altersgenossen.
Dabei muss sprachlich sauber geblieben werden: Kinder unter 14 Jahren sind in Deutschland strafunmündig. Die Statistik erfasst hier also polizeilich ermittelte Tatverdächtige, nicht strafrechtlich verurteilte Kinder.
Das macht die gesellschaftliche Frage allerdings kaum angenehmer.

Das Maghreb-Problem ist längst bekannt
Diese Auffälligkeiten tauchen nicht plötzlich aus dem statistischen Nebel auf.
Auch das BKA-Lagebild zur Kriminalität im Kontext von Zuwanderung weist auf eine deutliche Überrepräsentation der Maghreb-Staaten hin: Algerien, Marokko und Tunesien stellten 2024 zusammen lediglich 0,5 Prozent der Zuwanderer, aber 9,1 Prozent der tatverdächtigen Zuwanderer. Besonders auffällig waren diese Herkunftsgruppen außerdem bei Mehrfachtatverdächtigen.
Das ist genau der Punkt, an dem eine vernünftige Migrationspolitik beginnen müsste.
Nicht bei der Behauptung, jeder Migrant sei ein Sicherheitsrisiko.
Aber ebenso wenig bei der Behauptung, Herkunft spiele grundsätzlich keine Rolle.
Die Daten zeigen nämlich erhebliche Unterschiede zwischen verschiedenen Herkunftsgruppen.
Wer beispielsweise Ukrainer, Syrer, Marokkaner und Algerier statistisch einfach unter „Ausländer“ oder „Migranten“ zusammenfasst, produziert eine politisch bequeme Zahl, aber verliert einen erheblichen Teil der relevanten Information.
Ceuta sollte deshalb mehr sein als eine Nachricht aus Spanien
Nach den jüngsten Ereignissen in Ceuta wäre es fahrlässig, ausschließlich darüber zu diskutieren, wie viele Menschen Europa aufnehmen kann.
Die mindestens ebenso wichtige Frage lautet:
Wer kommt?
Und daraus folgen weitere Fragen:
Wie zuverlässig lässt sich die Identität feststellen?
Wie schnell werden Asylverfahren durchgeführt?
Was geschieht bei abgelehnten Anträgen?
Was passiert mit ausländischen Intensiv- und Mehrfachtätern?
Und weshalb werden besonders auffällige Herkunftsgruppen migrationspolitisch nicht wesentlich stärker berücksichtigt?
Das sind keine rassistischen Fragen. Es sind Fragen der inneren Sicherheit.
Statistik ist keine Kollektivschuld
Selbstverständlich erklären solche Zahlen nicht automatisch ihre Ursachen.
Kriminologen weisen zu Recht darauf hin, dass Faktoren wie Alter, Geschlecht, soziale Lage, Lebensbedingungen und die unterschiedliche Zusammensetzung der Bevölkerungsgruppen einen erheblichen Einfluss auf Kriminalitätsraten haben können. Außerdem handelt es sich bei der PKS um Tatverdächtige und nicht um Verurteilte.
Das muss erwähnt werden.
Nur folgt daraus nicht, dass man die Zahlen anschließend wieder zuklappen und so tun kann, als seien 158 und 5.023 praktisch dasselbe.
Sind sie nicht.
Wenn eine Gruppe bei einem sicherheitsrelevanten Indikator das Acht-, Dreizehn- oder sogar Zweiunddreißigfache einer Vergleichsgruppe erreicht, besteht zumindest erheblicher Erklärungs- und Handlungsbedarf.
Und wenn bei Jugendlichen Unterschiede bis zum Faktor 56 auftreten, sollte Politik mehr zu bieten haben als die üblichen Beschwichtigungsformeln.
Der Staat hat eine verdammt einfache Aufgabe
Migration ist kein moralischer Wettbewerb darum, wer die freundlichste Pressemitteilung schreibt.
Der Staat hat zunächst eine sehr profane Aufgabe:
Er muss die Sicherheit seiner Bevölkerung gewährleisten.
Dazu gehört, Migration differenziert zu betrachten. Dazu gehört, kriminalitätsbelastete Gruppen offen zu benennen. Dazu gehören schnelle Verfahren, konsequente Strafverfolgung und die tatsächliche Aufenthaltsbeendigung ausreisepflichtiger ausländischer Straftäter, soweit dies rechtlich möglich ist.
Und dazu gehört vor allem eines:
Statistiken nicht erst dann ernst zu nehmen, wenn aus Warnsignalen reale Sicherheitsprobleme geworden sind.
Ceuta liegt geografisch weit entfernt.
Die Zahlen aus der deutschen Polizeilichen Kriminalstatistik dagegen nicht.
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