Wer heute in Deutschland in Rente geht, hat oft über 40 oder sogar 45 Jahre gearbeitet, Steuern gezahlt, Sozialabgaben geleistet und den Wohlstand dieses Landes mit aufgebaut. Doch statt Dank und Respekt wartet immer häufiger der nächste Steuerbescheid.
Die Zahlen sprechen für sich: Fast jeder zweite Rentner muss nach der Steuererklärung Geld an das Finanzamt nachzahlen. Im Durchschnitt 1.326 Euro. Geld, das viele dringend für Lebensmittel, Miete, Medikamente oder die explodierenden Energiekosten benötigen.
Und während der Staat bei Senioren jeden Euro einsammelt, scheint er bei milliardenschweren Ausgaben erstaunlich großzügig zu sein. Immer neue Förderprogramme, internationale Finanzhilfen und kostspielige Projekte werden beschlossen. Kritiker werfen der Bundesregierung vor, dass bei zahlreichen Ausgaben zu wenig geprüft werde, ob die eingesetzten Milliarden tatsächlich den versprochenen Nutzen bringen. Für den deutschen Rentner dagegen gilt offenbar ein anderer Maßstab: Zahlen. Immer mehr zahlen.
Besonders perfide ist die Konstruktion der Rentenbesteuerung. Rentenerhöhungen gleichen meist lediglich die Inflation teilweise aus. Real bleibt vielen Rentnern kaum mehr Geld in der Tasche. Trotzdem sorgt genau dieser Inflationsausgleich dafür, dass immer mehr Menschen überhaupt erst steuerpflichtig werden oder höhere Steuern zahlen müssen. Der Staat kassiert also ausgerechnet den Ausgleich für gestiegene Lebenshaltungskosten gleich wieder mit ab.
Der Bund der Steuerzahler kritisiert dieses System seit Jahren und fordert eine Reform. Doch statt die Rentner endlich zu entlasten, scheint die Politik lieber neue Einnahmequellen zu erschließen.
Viele Bürger haben inzwischen den Eindruck, dass der deutsche Steuerzahler nur noch als wandelnder Geldautomat betrachtet wird. Wer fleißig gearbeitet hat, soll bis ins hohe Alter weiter abliefern, während der Staat an anderer Stelle Milliarden bewegt, ohne dass der Bürger den Eindruck gewinnt, dass mit seinem Geld stets sorgfältig und effizient umgegangen wird.
Deutschland entwickelt sich immer mehr zu einem Land, in dem Leistung bestraft und Anspruchshaltung belohnt wird. Wer jahrzehntelang gearbeitet hat, wird finanziell immer weiter belastet. Gleichzeitig wird den Menschen erzählt, sie müssten eben „solidarisch“ sein und weitere Opfer bringen.
Wie weit soll das noch gehen? Reicht es der Politik noch nicht, dass viele Senioren Pfandflaschen sammeln, um ihre schmale Rente aufzubessern? Ist das das neue Verständnis von Altersvorsorge? Erst Jahrzehnte schuften, dann Steuern nachzahlen und am Ende hoffen, dass im Park noch genügend leere Flaschen herumliegen?
Ein Staat, der seine eigenen Rentner immer stärker belastet, während an anderer Stelle Milliarden mit erstaunlicher Leichtigkeit verteilt werden, verliert das Vertrauen seiner Bürger. Wer den Menschen nach einem langen Arbeitsleben selbst den Inflationsausgleich wieder aus der Tasche zieht, darf sich über wachsende Wut und Politikverdrossenheit nicht wundern.
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