Vier italienische Soldaten sind bei einer NATO-Übung in Lettland verletzt worden. Ihr Fahrzeug wurde mit einem Maschinengewehr beschossen, das auf einem italienischen Schützenpanzer montiert war. Einer der Männer wurde schwer verletzt; nach den bisherigen Angaben ist keiner in Lebensgefahr. Der genaue Hergang wird untersucht. spiegel.de
Das ist natürlich eine ärgerliche Ausgangslage für alle, die bereits eine passende Pressemitteilung im Kopf hatten. Lettland, Schützenpanzer, Schüsse, Verletzte – die Kulisse stimmt. Nur der Schütze kommt offenbar aus der falschen Richtung.
Aber muss man deshalb gleich die große geopolitische Erzählung aufgeben? Vielleicht hat Putin den Abzug aus Moskau hypnotisiert. Vielleicht war es ein unsichtbarer Cyberangriff auf den Zeigefinger. Oder eine besonders raffinierte Desinformation: Russland lässt es so aussehen, als hätten Italiener auf Italiener geschossen. Wer das für abwegig hält, hat die Lage offensichtlich noch nicht gründlich genug analysiert.
Ein Untersuchungsausschuss könnte sich zunächst der entscheidenden Frage widmen: Wie lange darf ein Unfall ein Unfall bleiben, bevor jemand ihn zur hybriden Bedrohung erklärt? Bis dahin wäre etwas Ungewohntes hilfreich: den Hergang klären, Verantwortung feststellen und sich vor allem um die vier Verletzten kümmern.
Den Soldaten gute Genesung. Und den Deutungsexperten ein wenig Geduld – manchmal steht auf einem italienischen Schützenpanzer tatsächlich einfach „italienischer Schützenpanzer“.
Quellen: Berichte über den Vorfall und die Angaben des italienischen Verteidigungsministeriums. spiegel.de
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