Es reicht.
Deutschland belehrt seit Jahrzehnten die halbe Welt über Nationalsozialismus, Rechtsextremismus, historische Verantwortung und die besondere Pflicht der Deutschen, niemals wegzusehen.
Und dann steht ein deutscher Bundeskanzler da und beendet seine Botschaft an die Ukraine ausgerechnet mit:
„Slawa Ukrajini!“
Man soll also bei jedem deutschen Symbol dreimal hinschauen, jede historische Anspielung sezieren und jede vermeintliche rechte „Codesprache“ entschlüsseln – aber wenn es um ukrainischen Nationalismus geht, sollen wir plötzlich geschichtsblind werden?
Nein.
Bandera war kein missverstandener Freiheitsromantiker
Stepan Bandera und die OUN-B gehören zur Geschichte des radikalen ukrainischen Nationalismus.
Teile dieses Milieus waren antisemitisch und faschistisch geprägt. Angehörige ukrainisch-nationalistischer Organisationen waren während des Zweiten Weltkriegs an schwersten Verbrechen beteiligt. Die historische Zusammenarbeit ukrainischer Nationalisten mit NS-Deutschland in bestimmten Phasen lässt sich ebenfalls nicht einfach aus der Geschichte radieren.
- Und trotzdem wird Bandera in Teilen der heutigen Ukraine als Held verehrt.
- Straßen wurden nach ihm benannt.
- Denkmäler wurden errichtet.
- Gedenkveranstaltungen finden statt.
- Andere historische Vertreter des radikalen ukrainischen Nationalismus werden ebenfalls öffentlich geehrt.
Das ist keine russische Erfindung.
Das ist ukrainische Erinnerungspolitik.
Hitlergrüße und NS-Symbole: Wie viel soll eigentlich noch als „Einzelfall“ durchgehen?
Seit Jahren tauchen Bilder ukrainischer Kämpfer mit Symbolen aus dem nationalsozialistischen und neonazistischen Zeichenvorrat auf.
- SS-Runen.
- Totenkopf-Symbolik.
- Schwarze Sonne.
- Andere rechtsextreme Embleme.
- Auch Hitlergrüße ukrainischer Rechtsextremisten sind dokumentiert worden.
Natürlich trägt nicht jeder ukrainische Soldat solche Zeichen. Natürlich ist nicht jeder Ukrainer Rechtsextremist.
Aber das ist nicht der Punkt.
Die entscheidende Frage lautet:
Warum wird eine Erscheinung, die Deutschland bei jedem politischen Gegner bis ins letzte Detail untersuchen würde, beim Verbündeten Ukraine ständig relativiert?
- Ein deutscher Soldat mit SS-Symbolen wäre ein nationaler Skandal.
- Bei ukrainischen Soldaten sollen wir offenbar die Augen zukneifen.
Was für eine groteske Doppelmoral.
Bandera-Kult gehört angeprangert
Besonders verstörend ist die Verehrung nationalistischer Führungsfiguren, deren historische Organisationen mit ethnischer Gewalt, Antisemitismus und Kollaboration belastet sind.
Das ist genau jene Form der Geschichtsverklärung, gegen die Deutschland angeblich so entschlossen kämpft.
Nur offenbar nicht überall.
Wer nationalistische Täter zu Helden erklärt, ihre Denkmäler errichtet und ihre Traditionen romantisiert, betreibt keine nüchterne Erinnerungskultur.
Er betreibt politische Mythenbildung.
Und wenn rechtsextreme Gruppen diese Figuren zusätzlich mit NS-Symbolik verbinden, muss man endlich aufhören, das Problem kleinzureden.
Männer von der Straße holen und zum Militär zwingen
Dann schauen wir auf die Gegenwart.
Aus der Ukraine existieren zahlreiche Berichte und Videos über gewaltsame Mobilisierungen.
Männer werden auf Straßen kontrolliert.
Es kommt zu Rangeleien und Gewalt.
Menschen werden gegen ihren Willen in Fahrzeuge gebracht.
Es gibt Vorwürfe von Misshandlungen in Rekrutierungszentren und dokumentierte Todesfälle, die Untersuchungen ausgelöst haben.
Das ukrainische Problem ist inzwischen so bekannt, dass sich dafür der Begriff „Busifizierung“ eingebürgert hat.
Man kann die Notwendigkeit einer Mobilisierung im Krieg erklären.
Aber man kann Gewalt gegen Menschen nicht mit dem Etikett „Demokratie“ heiligen.
Ein Bürger verliert seine Menschenwürde nicht dadurch, dass seine Regierung Soldaten braucht.
Freiheit? Aber bitte nur mit Genehmigung
Für einen großen Teil der ukrainischen Männer gilt seit Jahren:
Das Land einfach verlassen?
Nicht möglich.
Wahlen?
Unter dem Kriegsrecht ausgesetzt.
Medien?
Erheblichen kriegsbedingten Einschränkungen unterworfen.
Politische Parteien?
Mehrere wurden verboten oder suspendiert, insbesondere wegen behaupteter beziehungsweise festgestellter Verbindungen nach Russland.
Religion?
Auch dort greift der Staat inzwischen massiv ein, insbesondere gegenüber Organisationen, denen institutionelle Verbindungen zur Russisch-Orthodoxen Kirche vorgeworfen werden.
Für einzelne Maßnahmen können Sicherheitsgründe existieren.
Aber irgendwann muss man aufhören, jede Einschränkung mit demselben Satz wegzuwischen:
„Es ist eben Krieg.“
Denn Grundrechte beweisen ihren Wert gerade dann, wenn ihre Einhaltung unbequem wird.
Und dann die Korruption
Die Ukraine kämpft seit Jahrzehnten mit massiver Korruption.
Korruptionsskandale reichen bis in staatliche Institutionen und den Verteidigungsbereich.
Selbst während Europa Milliarden überweist, müssen internationale Partner darauf drängen, dass ukrainische Antikorruptionsbehörden ihre Unabhängigkeit behalten.
Was für ein politisches Schauspiel:
Die europäischen Steuerzahler sollen immer neue Milliarden bereitstellen, während gleichzeitig darüber gestritten werden muss, ob diejenigen, die Korruption untersuchen sollen, überhaupt unabhängig arbeiten dürfen.
Und wer darauf hinweist, bekommt schnell erklärt, er betreibe russische Propaganda.
Nein.
Korruption wird nicht zu russischer Propaganda, nur weil Russland ebenfalls darüber spricht.
Kinder sind keine Ware
Auch Menschenhandel und die Gefährdung von Kindern verdienen wesentlich mehr Aufmerksamkeit.
Krieg und millionenfache Flucht schaffen ideale Bedingungen für kriminelle Netzwerke. Internationale Organisationen haben wiederholt vor den besonderen Risiken für ukrainische Frauen und Kinder gewarnt.
Daneben existiert in der Ukraine seit Jahren eine kommerzielle Leihmutterschaftsindustrie, die international kontrovers diskutiert wird.
Man kann über deren rechtliche und moralische Bewertung streiten.
Was man nicht tun sollte, ist jede Kritik daran reflexartig wegzuwischen.
Wo Schwangerschaft, internationale Vermittler, erhebliche Geldbeträge und die Übergabe von Neugeborenen zusammentreffen, sind strengste Kontrollen erforderlich.
Kinder dürfen niemals Handelsobjekte werden.
Wie viele rote Linien braucht es eigentlich?
- Bandera-Verehrung.
- Problematische nationalistische Erinnerungspolitik.
- NS-Symbole in militärischen Zusammenhängen.
- Rechtsextreme Gruppen.
- Gewaltsame Rekrutierungen.
- Ausreisebeschränkungen.
- Eingriffe in Medien.
- Eingriffe in Religionsgemeinschaften.
- Parteiverbote.
- Korruption.
- Und Deutschland?
Deutschland überweist Milliarden, liefert Waffen und sein Bundeskanzler ruft:
„Slawa Ukrajini!“
Das ist der eigentliche Skandal.
Ein deutscher Kanzler müsste es besser wissen
Ausgerechnet Deutschland sollte bei nationalistischen Bewegungen mit faschistischer Vergangenheit nicht applaudieren.
Ausgerechnet Deutschland sollte nicht wegsehen, wenn NS-Symbolik auftaucht.
Ausgerechnet Deutschland sollte keine historische Amnesie entwickeln, nur weil die Täterverehrung diesmal politisch auf der vermeintlich richtigen Seite stattfindet.
Und ausgerechnet ein deutscher Bundeskanzler sollte verdammt genau wissen, welchen historischen Ballast politische Grüße besitzen können.
Merz hätte sagen können:
- „Es lebe die freie Ukraine.“
- Er hätte Frieden wünschen können.
- Er hätte den Ukrainern Sicherheit und Selbstbestimmung wünschen können.
- Stattdessen übernimmt er demonstrativ ihren Nationalgruß.
- Das mag diplomatisch gemeint sein.
Politisch ist es trotzdem ein Armutszeugnis.
Die Doppelmoral muss enden
Nein, daraus folgt nicht, dass 40 Millionen Ukrainer Nazis wären.
Aber ebenso wenig darf die gegenteilige Lüge gelten: dass Rechtsextremismus, Bandera-Kult und problematische nationalistische Traditionen in der Ukraine praktisch nicht existierten und jeder Hinweis darauf lediglich „Kreml-Propaganda“ sei.
Wer Bandera und andere historisch schwer belastete Nationalisten glorifiziert, wer NS-Symbole trägt oder den Hitlergruß zeigt, verdient keine sprachliche Watte. Dieses Verhalten ist rechtsextrem und, wo es sich ausdrücklich auf den Nationalsozialismus bezieht, nazistisch. Punkt.
Und wenn solche Erscheinungen politisch relativiert, historisch beschönigt oder aus geopolitischer Bequemlichkeit ignoriert werden, gehört auch das kritisiert.
Ein deutscher Bundeskanzler sollte dabei nicht derjenige sein, der nationale Parolen übernimmt.
Er sollte derjenige sein, der sagt:
Unsere Solidarität endet dort, wo Menschenrechte, Rechtsstaatlichkeit und die Lehren aus dem Nationalsozialismus zur Verhandlungsmasse werden.
Das wären deutsche Werte.
Alles andere riecht verdächtig nach einer Erinnerungskultur, die ihre Maßstäbe danach auswählt, wer gerade Freund und wer Feind ist.
#Merz #SlawaUkrajini #Ukraine #Bandera #OUN #UPA #Rechtsextremismus #Nazisymbole #Geschichtsvergessenheit #Doppelmoral #Menschenrechte #Pressefreiheit #Religionsfreiheit #Korruption #Mobilisierung #Erinnerungskultur #Bundesregierung
In eigener Sache:

Beim Artikelbild wurden überall bunte Bälle eingefügt an Stellen, wo Nazi Symbolik gezeigt wurde. Das ZDF darf zwar lobend über die tapferen Nazis sprechen und all die Symbole zeigen, jedoch darf man um Himmelswillen keine kritischen Artikel darüber verfassen.
Dagegen hat der Hessische Innenminister und seine Verfassungsschutzvasallen etwas. Die Staatsanwaltschaft Kassel springt dann auch gleich obrigkeitshörig auf.