Menschen kaufen sich inzwischen Elektroautos mit Akkus von 60, 70 oder sogar 100 kWh. Gleichzeitig stellen sie sich für mehrere tausend Euro einen kleinen Heimspeicher mit 10 kWh in den Keller. Die Ironie der Energiewende schreibt sich manchmal wirklich von selbst.
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Ein Elektroauto ist längst nicht mehr nur ein Fortbewegungsmittel. Dank der sogenannten Vehicle-to-Home-Technologie (V2H) kann es künftig auch als großer Stromspeicher für das Eigenheim dienen.
Die Idee ist ebenso einfach wie sinnvoll: Tagsüber produziert die Photovoltaikanlage auf dem Dach mehr Strom, als im Haushalt verbraucht wird. Statt den Überschuss für wenig Geld ins öffentliche Netz einzuspeisen, lädt dieser die Fahrzeugbatterie. Am Abend oder in der Nacht fließt der gespeicherte Solarstrom wieder zurück ins Haus und versorgt Beleuchtung, Haushaltsgeräte oder sogar die Wärmepumpe.
Damit wird das Elektroauto zu einem mobilen Energiespeicher mit einer Kapazität, die klassische Heimspeicher oft um ein Mehrfaches übertrifft. Viele moderne E-Fahrzeuge verfügen über Batterien zwischen 60 und 100 kWh, während typische Hausspeicher meist nur 8 bis 15 kWh bieten.
Die Vorteile liegen auf der Hand:
- höherer Eigenverbrauch des selbst erzeugten Solarstroms,
- deutlich geringerer Bezug von teurem Netzstrom,
- schnellere Amortisation der Photovoltaikanlage,
- und bei entsprechender Technik sogar eine Notstromversorgung bei einem Stromausfall.
Noch unterstützen nicht alle Fahrzeuge und Wallboxen das bidirektionale Laden. Doch mit neuen gesetzlichen Regelungen und immer mehr kompatiblen Fahrzeugen dürfte sich diese Technik in den kommenden Jahren zunehmend durchsetzen.
Wer ohnehin eine Photovoltaikanlage und ein Elektroauto besitzt, könnte künftig auf einen zusätzlichen Heimspeicher verzichten. Das Auto steht die meiste Zeit des Tages ohnehin vor der Haustür und kann in dieser Zeit genau die Aufgabe übernehmen, für die sonst ein teurer Batteriespeicher angeschafft werden müsste.
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Nachsatz:
So viel Zukunft steckt allerdings derzeit noch in der Zukunft: Für private Haushalte gibt es bislang kaum serienreife und flächendeckend verfügbare Wallboxen, die bidirektionales Laden zuverlässig unterstützen. Hinzu kommt, dass bislang nur wenige Elektroautos technisch überhaupt in der Lage sind, Strom wieder ins Haus zurückzuspeisen. Die Idee ist überzeugend, die breite Marktreife lässt jedoch noch auf sich warten.











