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Die Wolgadeutschen – Als die Heimat begann, ihnen fremd zu werden

vor 13 Stunden(Letzte Aktualisierung:vor 11 Stunden) 9 Minuten gelesen
Zwangsdeportation am Bahnhof Wolga

Mehr als ein Jahrhundert hatten die Wolgadeutschen ihre neue Heimat aufgebaut.

Ihre Vorfahren waren dem Ruf Katharinas der Großen gefolgt. Sie hatten Deutschland verlassen, die entbehrungsreiche Reise nach Russland überstanden und aus wenig mehr als Land, Werkzeug und Hoffnung eigene Dörfer geschaffen.

Generationen waren inzwischen an der Wolga geboren worden.

Deutschland kannten viele nur noch aus Erzählungen.

Doch gegen Ende des 19. und zu Beginn des 20. Jahrhunderts begann sich etwas zu verändern.

Die Privilegien der deutschen Siedler verschwanden.

Die Befreiung vom Militärdienst war Geschichte.

Ein Teil der Wolgadeutschen wanderte deshalb erneut aus.

Die große Mehrheit aber blieb.

Denn warum sollte man die eigene Heimat verlassen?

Sie konnten noch nicht wissen, wie gefährlich allein ihre deutsche Herkunft einmal werden würde.

Diese wunderbaren illustrationen im Artikel , sind natürlich nur KI Videos.

Sie wurden hergestellt von einer Künstlerin in  Instagram, die in Kürze auch Onlinekurse zum Thema anbieten wird. Wenn sie auch lernen wollen, mit diesem neuen Medium umzugehen, schauen sie auf ihrer Seite bei Instagram oder auch auf ihrer Webseite https://alla-photoundvideo.com/. Die Künstlerin ist auch eine talentierte Fotografin und lässt sich buchen.

Teil 8 – Plötzlich waren sie „die Deutschen“

1914 begann der Erste Weltkrieg.

Das Deutsche Kaiserreich und das Russische Kaiserreich standen sich als Feinde gegenüber.

Und damit änderte sich auch das Leben der Deutschen in Russland.

Menschen, deren Familien seit Generationen im Russischen Reich lebten, gerieten zunehmend unter Verdacht.

Plötzlich spielte nicht mehr nur eine Rolle, wo jemand geboren worden war oder welchem Staat er angehörte.

Entscheidend wurde seine Herkunft.

Deutsch.

Ein Wort, das über Generationen Sprache, Familie und Kultur bezeichnet hatte, bekam plötzlich eine politische Bedeutung.

Die Wolgadeutschen hatten Russland nicht den Krieg erklärt.

Sie hatten keine Grenze überschritten.

Sie lebten dort, wo bereits ihre Urgroßeltern gelebt hatten.

Und trotzdem wurden sie zunehmend als mögliche Gefahr betrachtet.

Antideutsche Maßnahmen nahmen während des Krieges zu. Deutsche Ortsnamen wurden russifiziert, die deutsche Sprache geriet unter Druck und deutsche Einrichtungen wurden eingeschränkt.

Die Menschen lernten eine bittere Lektion:

Man kann seit Generationen irgendwo zu Hause sein und trotzdem plötzlich zum Fremden erklärt werden.


Teil 9 – Ein Reich verschwindet

Doch der Krieg war nur der Anfang.

1917 brach das Russische Kaiserreich zusammen.

Die Revolution veränderte Russland grundlegend.

Der Zar war Geschichte.

Die Bolschewiki übernahmen die Macht.

Es folgte ein Bürgerkrieg, der weite Teile des Landes verwüstete.

Auch die Wolgaregion blieb davon nicht verschont.

Für die Menschen bedeutete das erneut:

Unsicherheit.

Gewalt.

Beschlagnahmungen.

Hunger.

Wer einen Hof besaß, musste damit rechnen, dass Getreide eingezogen wurde.

Wer Vorräte hatte, konnte sie verlieren.

Und ausgerechnet jene Bauern, die über Generationen gelernt hatten, das Land erfolgreich zu bewirtschaften, gerieten zunehmend unter politischen und wirtschaftlichen Druck.

Dann kam die Hungersnot.


Hunger an der Wolga

1921 und 1922 wurde die Wolgaregion von einer verheerenden Hungersnot getroffen.

Auch die deutschen Siedlungen litten schwer.

Es ist eine besonders grausame Ironie dieser Geschichte.

Die Vorfahren dieser Menschen waren einst nach Russland gerufen worden, um Land urbar zu machen und Landwirtschaft aufzubauen.

Nun hungerten ihre Nachkommen auf eben diesem Land.

Familien verkauften, was sie noch besaßen.

Vorräte verschwanden.

Menschen wurden krank.

Kinder starben.

Erwachsene starben.

Dörfer verloren innerhalb kurzer Zeit einen Teil ihrer Bevölkerung.

Nach Krieg, Revolution und Bürgerkrieg kam nun der Hunger.

Und trotzdem existierten die deutschen Gemeinden weiter.

Eine deutsche Republik an der Wolga

Dann nahm die Geschichte eine überraschende Wendung.

Die Sowjetmacht schuf zunächst eine autonome Verwaltung für die Wolgadeutschen.

1924 entstand schließlich die Autonome Sozialistische Sowjetrepublik der Wolgadeutschen.

Mitten in der Sowjetunion existierte damit eine deutsche autonome Republik.

Ihre Hauptstadt wurde Pokrowsk, das später den Namen Engels erhielt.

  • Es gab deutsche Schulen.
  • Deutsche Zeitungen.
  • Theater.
  • Kulturelle Einrichtungen.
  • Die deutsche Sprache blieb Bestandteil des öffentlichen Lebens.

Nach all den Umbrüchen konnte man glauben, die Wolgadeutschen hätten ihren Platz in der neuen Sowjetunion gefunden.

Doch dieser Eindruck sollte täuschen.

Teil 10 – Stalin verändert das Leben

Ende der 1920er Jahre begann unter Josef Stalin die zwangsweise Kollektivierung der Landwirtschaft.

  • Private bäuerliche Betriebe sollten verschwinden.
  • Landwirtschaft wurde in Kolchosen und Sowchosen organisiert.
  • Für viele Bauern bedeutete das den Verlust dessen, was ihre Familien über Generationen aufgebaut hatten.
  • Land.
  • Vieh.
  • Maschinen.
  • Höfe.

Und damit einen wesentlichen Teil ihrer wirtschaftlichen Selbstständigkeit.

Wer sich widersetzte oder vom Staat als wohlhabender Bauer, als sogenannter „Kulak“, eingestuft wurde, riskierte Enteignung, Verhaftung oder Verbannung.

Die staatliche Gewalt griff nun immer tiefer in das Leben der Menschen ein.

Die Kirchen verstummen

  • Auch die Religion geriet unter massiven Druck.
  • Dabei war gerade die Religionsfreiheit einer der Gründe gewesen, weshalb die ersten deutschen Siedler im 18. Jahrhundert überhaupt nach Russland gekommen waren.
  • Katharina hatte ihnen versprochen, ihren Glauben frei ausüben zu dürfen.
  • Fast 170 Jahre später wurden Kirchen geschlossen.
  • Gemeinden wurden aufgelöst.
  • Geistliche verfolgt.
  • Kirchengebäude wurden teilweise für andere Zwecke verwendet oder zerstört.

Ein weiteres Stück des ursprünglichen Versprechens verschwand.

  • Zuerst war die Befreiung vom Militärdienst gefallen.
  • Dann die weitgehende Selbstverwaltung.
  • Nun wurden auch Religion und bäuerliche Eigenständigkeit angegriffen.

Und wieder kam der Hunger

  • Anfang der 1930er Jahre traf eine weitere schwere Hungersnot große Teile der Sowjetunion.
  • Auch die Wolgaregion war betroffen.
  • Wieder hungerten Menschen.
  • Wieder starben Kinder und Erwachsene.
  • Und gleichzeitig wurde der politische Druck immer größer.
  • Die 1930er Jahre wurden schließlich zur Zeit des Großen Terrors.
  • Verhaftungen konnten praktisch jeden treffen.
  • Ein falscher Verdacht konnte genügen.
  • Ein Nachbar konnte jemanden denunzieren.
  • Ein deutscher Name konnte zusätzliche Aufmerksamkeit erregen.
  • Menschen verschwanden.

Familien erfuhren manchmal erst Jahre später, was mit ihren Angehörigen geschehen war.

Eine Heimat unter Verdacht

Damit hatte sich das Leben der Wolgadeutschen innerhalb weniger Jahrzehnte fundamental verändert.

  • Ihre Vorfahren waren ausdrücklich nach Russland eingeladen worden.
  • Man hatte ihnen Land gegeben.
  • Man hatte ihnen besondere Rechte zugesichert.
  • Sie hatten das Land bewirtschaftet.
  • Sie hatten Dörfer gegründet.
  • Ihre Kinder, Enkel und Urenkel waren dort geboren worden.
  • Doch inzwischen war von vielen ursprünglichen Zusagen kaum noch etwas übrig.
  • Und trotzdem blieben Hunderttausende.
  • Denn noch immer war dies ihre Heimat.
  • Auf den Friedhöfen lagen ihre Eltern.
  • Und deren Eltern.
  • Und deren Großeltern.

Man verlässt eine solche Heimat nicht einfach.

Dann kam der 22. Juni 1941

An diesem Sonntag griff das nationalsozialistische Deutschland die Sowjetunion an.

  • Millionen deutsche Soldaten überschritten die sowjetische Grenze.
  • Für die Sowjetunion begann ein Vernichtungskrieg von ungeheurem Ausmaß.
  • Und für die Russlanddeutschen begann eine Entwicklung, die ihre Geschichte für immer verändern sollte.
  • Denn plötzlich stellte sich die sowjetische Führung eine Frage:

Kann man Menschen deutscher Herkunft noch vertrauen?

Dabei spielte bald kaum noch eine Rolle, dass diese Menschen seit Generationen in Russland lebten.

Es spielte kaum eine Rolle, dass sie sowjetische Staatsbürger waren.

Es spielte kaum eine Rolle, dass sie mit Hitlers Angriff nichts zu tun hatten.

Ihre Abstammung genügte.

28. August 1941

Nur gut zwei Monate nach Beginn des deutschen Angriffs wurde das Schicksal der Wolgadeutschen besiegelt.

Am 28. August 1941 verfügte das Präsidium des Obersten Sowjets ihre Umsiedlung.

  • Im Erlass wurde behauptet, unter der deutschen Bevölkerung befänden sich Tausende Saboteure und Spione, die auf ein Signal aus Deutschland warteten.
  • Eine individuelle Schuld musste nicht bewiesen werden.
  • Es genügte, Deutscher zu sein.

Fast 180 Jahre nachdem Katharina die Große ihre Vorfahren nach Russland eingeladen hatte, begann die systematische Entfernung ihrer Nachkommen aus der Wolgaregion.

  • Soldaten erschienen in den Dörfern.
  • Familien mussten packen.
  • Sie wussten nicht, wohin sie gebracht würden.
  • Sie wussten nicht, wie lange sie fortbleiben würden.
  • Und viele wussten nicht einmal, ob sie jemals zurückkehren durften.

Was nimmt man mit, wenn man seine Heimat verliert?

  • Ein paar Kleidungsstücke?
  • Lebensmittel?
  • Werkzeug?
  • Familienfotos?
  • Eine Bibel?
  • Vielleicht einen Gegenstand der Großeltern?

Mehrere Generationen Familiengeschichte lassen sich nicht in einen Koffer packen.

  • Zurück blieben Häuser.
  • Höfe.
  • Felder.
  • Kirchen.
  • Schulen.
  • Werkstätten.
  • Und Friedhöfe.

Fast 180 Jahre zuvor waren ihre Vorfahren mit wenigen Habseligkeiten an die Wolga gekommen.

Nun standen ihre Nachkommen wieder mit wenigen Habseligkeiten da.

Doch diesmal waren sie nicht gekommen.

Sie mussten gehen.

Die Züge warteten

  • Die Menschen wurden zu Sammelstellen gebracht.
  • Von dort ging es zu den Bahnhöfen.
  • Familien wurden in Waggons verladen.
  • Das Ziel lag weit im Osten.
  • Kasachstan.
  • Sibirien.
  • Der Altai.
  • Andere entlegene Gebiete der Sowjetunion.

Eine neue Reise begann.

Doch diesmal gab es kein Manifest einer Zarin.

  • Kein kostenloses Land.
  • Keine Steuerfreiheit.
  • Keine Aussicht auf eine bessere Zukunft.
  • Diesmal gab es nur einen staatlichen Befehl.
  • Die Wolgadeutschen sollten verschwinden.
  • Ihre autonome Republik wurde aufgelöst.
  • Ihre Heimat hörte auf, politisch zu existieren.

Doch für die Menschen begann jetzt erst der schwerste Teil ihrer Geschichte.

Denn die Fahrt nach Osten war nur der Anfang.

Dort warteten Kälte, Hunger und Zwangsarbeit.

Und auf viele wartete etwas, dessen Name noch heute in den Familien der Russlanddeutschen weiterlebt:

die Trudarmee.

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TEIl 1

Zwei Jahre Hoffnung, 178 Jahre Heimat, 14 Tage Verlust. Die Geschichte der Wolgadeutschen

TEIL 2

Die Wolgadeutschen – Als aus dem Versprechen eine Heimat wurde

Vielleicht werden mit diesen Videos ein paar Dinge klarer für sie. Diese Menschen sind und waren immer Deutsche! Sie haben das Deutschsein niemals aufgegeben, während wir hier uns immer weiter veramerikanisieren lassen.Sie wurden in der Sovietunion ausgegrenzt und hatten sogar einen Vermerk im Pass:“немец“.Dieser Vermerk ist eine Ableitung des Wortes STUMM, denn die ersten Siedler wurden ausgelacht, weil sie kein Russisch sprachen.Eine lange Geschichte aber nun haben viele gute und ehrliche Menschen zurück gefunden.Und das ist gut so!

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Don R. Wetter

Editor

Er sagt nicht viel aber wenn dann knallts.

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