Persona non grata? Wenn ein Botschafter den Tod feiert

Wenn Freude über Tote zur Diplomatie werden soll

Der ukrainische Botschafter in Deutschland, Oleksij Makejew, hat im deutschen Fernsehen einen bemerkenswerten Satz ausgesprochen. Es freue ihn sehr, dass Russland monatlich mehr als 35.000 Mann verliere.

Man muss diesen Satz zweimal lesen.

Es freue ihn.

Nicht, dass die Ukraine überlebt. Nicht, dass Menschen geschützt werden. Nicht, dass Frieden näher rückt. Sondern dass Monat für Monat zehntausende Menschen auf der Gegenseite sterben, verstümmelt oder dauerhaft gezeichnet werden.

Ein Botschafter, der öffentlich Freude über menschliche Verluste äußert, stellt sich selbst die Frage nach seiner diplomatischen Eignung.

Denn Diplomaten sollen Brücken bauen. Sie sollen Spannungen entschärfen. Sie sollen die Interessen ihres Landes vertreten, ohne jede menschliche Distanz zum Sterben zu verlieren.

Stattdessen erleben wir inzwischen eine erschreckende Verrohung der Sprache. Der Tod wird zur Statistik. Menschen werden zu Zahlenkolonnen. Familien werden zu Kollateralschäden einer politischen Erzählung.

Besonders bemerkenswert ist die Doppelmoral.

Man stelle sich vor, ein russischer Botschafter hätte im deutschen Fernsehen erklärt, es freue ihn sehr, dass die Ukraine jeden Monat zehntausende Soldaten verliere. Die Empörung wäre gewaltig. Politiker würden Rücktritte fordern. Medien würden von Hassrede und Entmenschlichung sprechen. Möglicherweise würde sogar über eine Ausweisung des Diplomaten diskutiert.

Doch wenn die Aussage von der anderen Seite kommt, scheint plötzlich vieles akzeptabel zu sein.

Dabei stellt sich durchaus eine interessante juristische Frage:

  • Wie würde eine solche Aussage bewertet werden, wenn sie nicht von einem diplomatisch immunisierten Botschafter, sondern von einem gewöhnlichen Bürger stammen würde?
  • Würde man dann über eine mögliche Billigung von Gewalttaten diskutieren?
  • Würde geprüft werden, ob eine öffentliche Verherrlichung von Tötungen vorliegt?
  • Würde untersucht werden, ob die Grenze zwischen zulässiger Meinungsäußerung und der öffentlichen Befürwortung menschlichen Leids überschritten wurde?

Die Antwort ist keineswegs eindeutig. Gerade deshalb wäre eine offene Debatte darüber notwendig.

Denn unabhängig von der strafrechtlichen Bewertung bleibt ein moralisches Problem bestehen:

Wer Mitgefühl für die eigenen Opfer einfordert, sollte nicht gleichzeitig Freude über die Opfer der Gegenseite ausdrücken.

Menschlichkeit kann nicht von der Nationalität abhängen.

Ein Botschafter, der sich über zehntausende Tote freut, mag damit die Hardliner begeistern. Er beschädigt jedoch genau das, was Diplomatie eigentlich ausmacht: die Fähigkeit, selbst im Krieg die Grenze zwischen militärischer Analyse und menschlicher Verrohung nicht zu überschreiten.

Die eigentliche Frage lautet deshalb nicht, ob diese Worte juristisch relevant sind.

Die eigentliche Frage lautet, warum ein Mann, dessen Aufgabe Verständigung sein sollte, öffentlich den Eindruck erweckt, als seien zehntausende Tote eine erfreuliche Nachricht.

Hier kann man durchaus kritisch fragen:

  • Warum wurde nicht nachgehakt?
  • Warum wurde die Aussage nicht kritisch eingeordnet?
  • Hätte der Moderator die Formulierung hinterfragen müssen?
  • Würde man bei einem russischen Diplomaten dieselbe Zurückhaltung zeigen?

Das sind legitime Fragen an journalistische Standards.


Um es mal ganz kurz und knapp zu formulieren:

Das deutsche Volk hat diese Leute satt. Jeder Bürger dieses Landes würde angezeigt und vor den Richter gezerrt und kriminalisiert. Dieser Herr darf ungefiltert und ungestraft solche Äußerungen hier machen und die gleichgeschaltete Presse darf es ausstrahlen. Selbst die Kritik an seiner Excellenz ist unerwünscht.

Wir wollen weder solche Äußerungen noch ukrainische Naziverehrer und Faschisten.


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