Deutschlands letzter Exportschlager: Der eigene Ausverkauf

Deutschland war einmal das Land der Ingenieure. Das Land von Diesel, Benz, Porsche, Volkswagen, BMW und Mercedes. Deutsche Automobile waren ein Symbol für Qualität, Präzision und technologischen Vorsprung. Heute diskutiert man allen Ernstes darüber, ob deutsche Werke künftig chinesische Fahrzeuge zusammenschrauben sollen, damit die Hallen nicht leer stehen.

Man muss sich diese Entwicklung einmal nüchtern vor Augen führen:

Nicht Deutschland expandiert nach China.
Nicht Volkswagen erobert neue Märkte mit deutscher Technologie.
Nein — inzwischen wird offen darüber gesprochen, chinesische Konkurrenzprodukte in deutschen Traditionswerken fertigen zu lassen.

Der niedersächsische Ministerpräsident Olaf Lies und der sächsische Wirtschaftsminister Dirk Panter.

Das ist kein Fortschritt. Das ist ein industrieller Offenbarungseid.

Während die deutsche Politik jahrelang mit ideologischer Verbissenheit die eigene Automobilindustrie drangsaliert hat — Verbrennerverbote, überbordende Bürokratie, Energiepreise auf Weltrekordniveau, CO₂-Auflagen, Lieferkettenchaos und eine völlig planlose „Transformation“ — lachen sich andere Staaten längst ins Fäustchen.

China hat strategisch gedacht. Deutschland moralisch.

Nun stehen deutsche Werke leer oder sind nicht ausgelastet, und plötzlich gilt es schon als Erfolg, wenn dort wenigstens noch irgendein Auto gebaut wird — selbst wenn das Know-how, die Wertschöpfung und die technologische Führerschaft längst aus Fernost kommen.

Besonders bitter ist dabei die politische Symbolik:
Ausgerechnet SPD-Politiker schlagen nun vor, chinesische Fahrzeuge in deutschen VW-Werken produzieren zu lassen, um Arbeitsplätze zu sichern.

Das bedeutet übersetzt:
Deutschland soll seine eigenen industriellen Kronjuwelen aufgeben und sich künftig als verlängerte Werkbank fremder Konzerne verdingen.

Natürlich wird argumentiert:
„Arbeitsplätze müssen erhalten bleiben.“

Aber zu welchen Bedingungen?

Zu welchen Löhnen?
Mit welchen Tarifbindungen?
Mit welcher langfristigen Perspektive?
Und vor allem: Was bleibt dann eigentlich noch von der deutschen Automobilindustrie übrig?

Wenn Volkswagen irgendwann hauptsächlich chinesische Technik montiert, ist Volkswagen dann überhaupt noch Volkswagen?

Die eigentliche Katastrophe ist jedoch die politische Blindheit hinter dieser Entwicklung. Jahrzehntelang wurde den Menschen erzählt, Deutschland müsse „klimaneutraler Vorreiter“ werden. Man könne gleichzeitig Kernkraft abschalten, Energie verteuern, die Industrie regulieren, die Mittelschicht belasten und dennoch wirtschaftlich Weltspitze bleiben.

Das Ergebnis sieht man jetzt:
Produktionsverlagerungen, Arbeitsplatzabbau, Deindustrialisierung und ein wachsender technologischer Rückstand.

Und während Deutschland schwächelt, übernehmen andere die Kontrolle über Märkte, Rohstoffe, Batterietechnik und Lieferketten.

Besonders grotesk:
Deutschland war einst Exportnation für Automobile. Nun diskutiert man darüber, Importtechnologie in deutschen Fabriken zusammenzuschrauben und dies noch als Erfolg zu verkaufen.

Das ist ungefähr so, als würde man den Niedergang eines Sternekochs feiern, weil er künftig Tiefkühlpizza aufwärmen darf.

Frankreich macht es bereits vor. Der chinesische Hersteller Dongfeng produziert gemeinsam mit Stellantis Fahrzeuge für Europa. Weitere Kooperationen sind geplant. Und natürlich verkaufen Politik und Konzerne das Ganze als „Partnerschaft“, „Transformation“ oder „globale Zusammenarbeit“.

Doch hinter diesen wohlklingenden Begriffen steckt eine harte Realität:
Europa verliert Schritt für Schritt industrielle Souveränität.

Deutschland verliert gerade nicht nur Marktanteile.
Deutschland verliert Identität.
Wirtschaftliche Substanz.
Technologische Eigenständigkeit.
Und den Glauben an die eigene Stärke.

Die traurige Pointe:
Das Einzige, worin Deutschland aktuell noch international konkurrenzfähig erscheint, ist ausgerechnet die Rüstungsindustrie. Während Autos, Chemie, Mittelstand und Energieversorgung schwächeln, boomt das Geschäft mit Waffen und militärischer Aufrüstung.

Was für ein bitteres Zeugnis für ein Land, das einmal für Innovation, Ingenieurskunst und wirtschaftliche Vernunft stand.


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