Dmitri Medwedew stand vor den Kameras, schob die Konterfeis von Friedrich Merz, Ursula von der Leyen und Keir Starmer durch einen Aktenvernichter und strahlte dabei wie ein Kind an Weihnachten.
Dazu schrieb er auf X:
„Kein Feind wird die Entwicklung und den Wohlstand unseres Vaterlandes aufhalten können. Alles Gute zum Tag Russlands!“
Man muss Medwedew nicht mögen. Man muss seine Politik nicht teilen. Aber bei einer Sache könnte er überraschend richtig liegen: Die drei Herren und Damen auf den Papierfetzen werden vermutlich nicht als die großen Baumeister des 21. Jahrhunderts in die Geschichtsbücher eingehen.
Friedrich Merz kämpft noch immer darum, den Eindruck zu widerlegen, dass seine politischen Überzeugungen ungefähr so stabil sind wie ein Einkaufswagen mit kaputtem Rad. Ursula von der Leyen reist seit Jahren durch Europa und verkündet Rettungspakete, Transformationsprogramme und historische Wendepunkte in einer Frequenz, bei der Historiker inzwischen vorsorglich Großpackungen Druckerpapier bestellen. Und Keir Starmer? Der Mann wirkt oft so begeisternd wie eine Bedienungsanleitung für einen Toaster.
Natürlich ist das Schreddern von Politikerbildern reine Symbolik. Aber Symbolik lebt davon, dass sie einen wahren Kern berührt.
Denn die eigentliche Ironie besteht darin, dass Politiker häufig glauben, sie würden Geschichte schreiben.
Ни один враг не помешает развитию и процветанию нашей Родины.
С Днём России! pic.twitter.com/hLe3ATJZmj— Дмитрий Медведев (@MedvedevRussia) June 12, 2026
In Wahrheit werden die meisten von ihr höchstens als Fußnote behandelt. Die Geschichte ist ein grausamer Richter. Sie interessiert sich weder für Pressekonferenzen noch für sorgfältig einstudierte Empörung.
In zwanzig oder dreißig Jahren wird kaum jemand wissen, welche Pressemitteilung Ursula von der Leyen am 12. Juni veröffentlicht hat. Niemand wird sich daran erinnern, welche Formulierung Friedrich Merz in einer Talkshow verwendete. Und auch Keir Starmer wird nicht jeden Schulatlas zieren.
Die Lokomotive der Geschichte fährt weiter. Politiker steigen ein, halten sich für den Lokführer und merken irgendwann, dass sie nur Fahrgäste auf Zeit waren.
Vielleicht war genau das die eigentliche Botschaft des Schredders.
Nicht dass Merz, von der Leyen oder Starmer Feinde Russlands seien.
Sondern dass sie, wie fast alle Politiker vor ihnen, irgendwann zu dem werden, was heute ihre Bilder im Aktenvernichter bereits sind:
Ein paar Schnipsel Vergangenheit.











