Europa hat wieder einmal Geschichte geschrieben. Nicht bei Wirtschaft, Innovation oder Grenzsicherung – nein, diesmal im Hochleistungssport der gesellschaftlichen Selbstverkomplizierung: Italien erkennt erstmals offiziell ein Kind mit drei rechtlichen Elternteilen an.
Oder wie es bei Asterix einst so treffend hieß:
„Die spinnen, die Römer.“
Man muss zugeben: Selten passte dieser Satz besser.
Zwei Väter, eine Mutter – und vermutlich demnächst ein Anwaltsteam zur Koordination der Zuständigkeiten.
Das Gericht in Bari entschied, dass die deutsche Geburtsurkunde eines Jungen auch in Italien gelten müsse. Deutschland exportiert inzwischen eben nicht mehr nur Autos und Bürokratie, sondern gleich komplette gesellschaftliche Experimente mit Bedienungsanleitung.
Der kleine Junge hat nun offiziell drei Elternteile. Das bedeutet:
dreimal Erziehungsratschläge,
dreimal Schuldzuweisungen,
dreimal Diskussionen über Bildschirmzeit
– und vermutlich nie wieder Ruhe.
Man darf gespannt sein, wie der Alltag aussieht:
Wenn das Kind später Mist baut – wer ist schuld?
Alle gemeinsam?
Oder bildet man erst einen parlamentarischen Untersuchungsausschuss?
Auch Behörden stehen vor neuen Herausforderungen. Das klassische Formular „Mutter/Vater“ wirkt inzwischen ungefähr so modern wie ein Faxgerät im Römerreich. Bald braucht jede Behörde vermutlich ein aufklappbares Familiendiagramm mit Farbcodes, Pfeilen und Krisenstab.
Besonders interessant wird es bei Streitigkeiten:
Wer darf Hausarrest verhängen?
Wer unterschreibt Klassenfahrten?
Und vor allem:
Wer bekommt am Ende das Kind am Wochenende – nach EU-weitem Rotationsprininzip?
Doch vermutlich ist das erst der Anfang. In einer Gesellschaft, die biologische Realität zunehmend wie einen optionalen Netflix-Tarif behandelt, dürfte die nächste Stufe nicht lange auf sich warten lassen:
vier Elternteile, fünf Bezugspersonen und ein emotionaler Supervisor mit staatlicher Zertifizierung.
Währenddessen sitzt der normale Bürger irgendwo zwischen Steuerbescheid, Heizkostenabrechnung und Rentenangst und fragt sich leise, ob Europa wirklich keine anderen Probleme mehr hat.
Aber Prioritäten müssen eben gesetzt werden.
Und offenbar lautet die neue europäische Kernkompetenz:
maximale Verwirrung bei minimalem Nutzen.
Die spinnen eben.
Die Römer.













