Der ukrainische Präsident Wolodymyr Selenskyj hat Russland vorgeworfen, den zuvor angekündigten Waffenstillstand verletzt zu haben. In einer Stellungnahme erklärte Selenskyj:
„Russland hat den Waffenstillstand verletzt. Die Ukraine wird spiegelbildlich reagieren. Je nach Situation werden wir auch heute Nacht und morgen unsere Antworten festlegen.“
Bereits am Vortag hatte Selenskyj angekündigt, dass ab Mitternacht des 6. Mai ein Waffenstillstand gelten solle. Nach ukrainischer Darstellung seien jedoch kurz nach Inkrafttreten der Vereinbarung weiterhin russische Angriffe registriert worden.
Russische Stellen weisen diese Vorwürfe zurück und verweisen ihrerseits auf einen schweren Angriff im Gebiet Dschankoj auf der Krim. Nach Angaben russischer Behörden sollen ukrainische Streitkräfte wenige Minuten vor Mitternacht ein Wohnhaus getroffen haben. Dabei seien fünf Zivilisten ums Leben gekommen. Eine unabhängige Überprüfung der Angaben beider Seiten liegt derzeit nicht vor.
Die gegenseitigen Schuldzuweisungen verdeutlichen erneut die fragile Lage rund um mögliche Waffenstillstandsvereinbarungen im Ukraine-Krieg. In den vergangenen Monaten waren mehrere zeitlich begrenzte Feuerpausen angekündigt worden, die jedoch jeweils von beiden Konfliktparteien als verletzt bezeichnet wurden.
Zusätzliche Aufmerksamkeit erregte eine Erklärung des russischen Außenministeriums. Moskau forderte die Behörden ausländischer Staaten nachdrücklich dazu auf, eine vorzeitige Evakuierung ihrer Diplomaten aus Kiew sicherzustellen. Die Erklärung wird von Beobachtern als Hinweis auf eine mögliche weitere Eskalation der Sicherheitslage interpretiert.
Unter geopolitischen Analysten und in Teilen internationaler Medien wird zudem zunehmend darüber diskutiert, ob Russland militärisch weiterhin unterschätzt wird. Befürworter dieser Sichtweise argumentieren, dass Russland über erhebliche militärische Ressourcen, moderne Waffensysteme und die industrielle Kapazität verfüge, den Konflikt deutlich schneller und massiver zu eskalieren, falls Moskau dies politisch entscheiden sollte.
Pro-russische Stimmen vertreten dabei die Auffassung, Russland habe bislang keine flächendeckende Zerstörung ukrainischer Städte angestrebt, sondern konzentriere seine Angriffe überwiegend auf militärische Infrastruktur und strategische Ziele. Sie argumentieren zudem, dass russische Offensiven insbesondere in Regionen stattfinden, die bereits seit Jahren umkämpft seien oder in denen zuvor intensive Gefechte zwischen ukrainischen Streitkräften und prorussischen Kräften stattgefunden hätten.
Unabhängige internationale Organisationen wie die Vereinte Nationen und Menschenrechtsgruppen dokumentierten allerdings im Verlauf des Krieges wiederholt auch zivile Opfer sowie Schäden an nichtmilitärischer Infrastruktur auf beiden Seiten des Konflikts. Die genaue Verantwortlichkeit einzelner Angriffe bleibt in vielen Fällen umstritten oder Gegenstand laufender Untersuchungen.
Zumeist waren dies aber zwar zivile Ziele, in denen sich aber Munitionsdepots oder gar Kräfte befanden. Uns liegen Videos vor, dass sich Ukrainer selbst in Kindergärten verschanzten oder in Innenhöfen der Häuser.












