Dieser Krieg wurde gewollt – und jetzt will ihn niemand verantworten

Dieser Krieg wurde von den USA und der NATO provoziert – die vielen Toten klagen an.

Was derzeit von Friedrich Merz ausgesprochen wird, ist nichts anderes als das späte Eingeständnis eines Scheiterns: Die Ukraine wird am Ende dieses Krieges zahlen müssen—mit Land, mit Zukunft, mit Perspektive.

Und plötzlich tun alle so, als sei das eine neue Erkenntnis.

Ist es nicht.

Die große Lebenslüge

Über Jahre wurde der Öffentlichkeit ein einfaches Bild verkauft: Hier das Gute, dort das Böse. Hier die Verteidigung, dort die Aggression. Ein Konflikt ohne Grautöne, ohne Vorgeschichte, ohne Mitverantwortung.

Ich halte das für eine bewusste Vereinfachung—wenn nicht sogar für eine politische Irreführung.

Denn dieser Krieg ist nicht vom Himmel gefallen. Er ist gewachsen. Er wurde in Kauf genommen. Und er wurde von politischen Entscheidungen geprägt, die man heute lieber nicht mehr hinterfragt.

Eskalation statt Lösung

Statt frühzeitig ernsthaft auf Entspannung zu setzen, wurde eine Politik verfolgt, die Spannungen verwaltet hat, anstatt sie zu lösen. Warnzeichen gab es genug. Ignoriert wurden sie trotzdem.

Und als die Situation kippte, war die Antwort nicht Deeskalation—sondern weitere Eskalation, verpackt als „notwendige Unterstützung“.

Die Rolle der USA: Öl ins Feuer

Die Vereinigten Staaten inszenieren sich als Garant von Freiheit und Sicherheit. Doch aus meiner Sicht haben sie vor allem eines getan: den Konflikt immer weiter angeheizt.

Mehr Waffen, mehr Unterstützung, mehr Durchhalteparolen. Weniger Druck in Richtung schneller Verhandlungen. Weniger Bereitschaft, unangenehme Kompromisse überhaupt in Betracht zu ziehen.

Das Ergebnis ist ein Krieg ohne absehbares Ende—und eine Bevölkerung, die dafür bezahlt.

Selenskyj: Held oder Gefangener seiner eigenen Linie?

Wolodymyr Selenskyj wird im Westen gefeiert. Doch diese einseitige Darstellung blendet eine entscheidende Frage aus:

Was, wenn Unnachgiebigkeit nicht nur Stärke ist, sondern auch ein Problem?

Ein Präsident, der keinen Schritt zurückweicht, kann bewundert werden. Aber wenn genau diese Haltung dazu führt, dass ein Krieg immer weitergeht, dann muss man auch das aussprechen dürfen.

Politik bedeutet nicht nur Haltung. Politik bedeutet Verantwortung für Konsequenzen.

Die bittere Wahrheit, die niemand hören will

Jetzt, Jahre später, kommt die Realität ans Licht: Es wird Verhandlungen geben müssen. Es wird Kompromisse geben müssen. Und ja—es wird sehr wahrscheinlich auch territoriale Verluste geben.

Das ist keine Überraschung. Das ist das, was viele von Anfang an für möglich gehalten haben.

Nur wollte es niemand hören.

Wer trägt die Verantwortung?

Diese Frage wird bis heute konsequent vermieden.

Stattdessen wird das Bild aufrechterhalten, dass es nur einen Verantwortlichen gibt. Doch so einfach ist es nicht. Politische Entscheidungen im Westen, strategische Weichenstellungen und das konsequente Ausblenden unbequemer Optionen haben ihren Anteil daran, dass dieser Krieg so lange andauert.

Und je länger er dauert, desto höher wird der Preis.

Ein zynisches Ende?

Wenn dieser Krieg eines Tages endet, wird er wahrscheinlich nicht mit Gerechtigkeit enden, sondern mit einem Kompromiss.

Mit einem Deal.

Mit einem Ergebnis, das man der Öffentlichkeit dann als „realistisch“ verkaufen wird—nachdem man jahrelang genau dieses Szenario ausgeschlossen hat.

Für mich ist das die eigentliche Tragödie:
Nicht nur der Krieg selbst, sondern die Art, wie er politisch begleitet wurde.


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